Coface Wirtschaftsklima-Bewertung: 7 Schwellenländer aufgewertet, 2 europäische Länder abgewertet

Wien (OTS) - Trotz einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums gegenüber 2010 geht Coface davon aus, dass sich das gleichmäßige Wachstumstempo in den Schwellenländern fortsetzen wird und prognostiziert für 2011 ein Wachstum von 5,7%. Dem steht für denselben Zeitraum eine Wachstumsprognose von 1,8% für die Industrieländer gegenüber. Diese positive Entwicklung der Schwellenländer geht mit Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einher.

Vier Jahre nachdem Coface mit der Bewertung des Wirtschaftsklimas begonnen hat, gibt das Unternehmen jetzt mehrere Aufwertungen in Mitteleuropa, Afrika und Lateinamerika bekannt. Was die Wirtschaftsklima-Bewertung von Coface so einmalig macht, ist die Tatsache, dass das Unternehmen aufgrund seiner Kompetenz im Versicherungs- und Inkassobereich auf eigene Daten und Erfahrungen aus dem gesamten internationalen Netzwerk zurückgreifen kann.

Mitteleuropa: deutliche Verbesserung der Wirtschaftsklima-Bewertung

Die Bewertung des Wirtschaftsklimas von drei mitteleuropäischen Ländern wurde angehoben: Polen (von A3 auf A2), Litauen (von A3 auf A2) und Mazedonien (von C auf B). Allen drei Ländern ist gemeinsam, dass sich der Zugang zu finanziellen Informationen über Unternehmen verbessert hat: Polen und Litauen haben vom EU-Integrationsprozess profitiert. Litauen hat seine Infrastruktur ausgebaut. In Polen hat sich dagegen die Qualität der Reglementierung beträchtlich verbessert, was auf die Rationalisierung der Verwaltungsverfahren und des Steuerwesens sowie auf eine verbesserte Bankenaufsicht zurückzuführen ist. Mazedonien, das der Europäischen Union beitreten will, hat im Bereich der Kontrolle Riesenschritte nach vorne gemacht, die Korruption verringert und die Einhaltung der Gesetze verbessert.

Griechenland und Zypern unter den europäischen Ländern mit den schlechtesten Noten

Im Gegensatz dazu wurde die Wirtschaftsklima-Bewertung in Griechenland und Zypern auf A3 herabgestuft, wodurch beide zu den am schlechtesten bewerteten Ländern der Europäischen Union gehören. Nur Rumänien und Bulgarien (jeweils A4) haben noch schlechtere Noten. Nach Auffassung von Coface liegt die schlechte Bewertung von Griechenland und Zypern am schwierigen Zugang zu finanziellen Informationen. Außerdem wurde eine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens der Unternehmen festgestellt, was auf zu erwartende Schwierigkeiten beim Forderungseinzug hindeutet. Zypern ist zusätzlich von einem undurchsichtigen Bankwesen gekennzeichnet.

Griechenland und Zypern mussten neben der Verschlechterung der Wirtschaftsklima-Bewertung ebenfalls eine Abwertung ihres Länderrisikos um eine Note hinnehmen (auf B bzw. A4). Diese Herabstufungen spiegeln die Auswirkungen der griechischen Schuldenkrise auf die Unternehmen der Länder wider, die durch zahlreiche Faktoren verschärft werden: Die Unternehmen erhalten kaum Bankkredite und wenn, dann nur zu hohen Kosten. Das makroökonomische Klima verschlechtert sich, während sich die Rezession verschärft. Schließlich tragen die Unternehmen die Hauptlast des Sparprogramms und in einigen Fällen dürfte dies dazu führen, dass sie mit Außenständen konfrontiert sind, die ihnen die Behörden des Landes schulden. Ferner stellt Coface fest, dass sich das Zahlungsverhalten der griechischen Unternehmen 2011 verschlechtert hat. Für Zypern ist das Länderrisiko aufgrund des Engagements der zypriotischen Banken in Griechenland gestiegen.

Afrika und Lateinamerika: Bei der Zuverlässigkeit von Finanzdaten wurden Fortschritte gemacht

Coface hat die Bewertung des Wirtschaftsklimas Kolumbiens um eine Note auf A4 hinaufgesetzt und das Land damit aus dem Durchschnitt der Schwellenländer herausgehoben und hinsichtlich der Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit von Finanzdaten auf den ersten Platz in Lateinamerika gesetzt. Trotz der hartnäckigen Korruption im Land stellt Coface eine größere Zuverlässigkeit der finanziellen Informationen dank strenger Steuerprüfungen fest.

In Subsahara-Afrika wurden die Bewertungen des Wirtschaftsklimas von drei Ländern hinaufgesetzt: Ghana (von C auf B), Mosambik und Tansania (beide von D auf C). Die Aufwertungen dieser Länder sind zum Teil auf die Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung zurückzuführen. Coface ist jedoch der Auffassung, dass die weniger strengen gesetzlichen Anforderungen in Mosambik und Tansania bedeuten, dass der Zugang zu finanziellen Informationen in beiden Ländern problematisch ist. Ghana hat beachtliche Fortschritte gemacht, die durch die Tatsache bestätigt werden, dass das Land über dem Durchschnitt der 212 von der Weltbank benoteten Länder liegt.

Naher Osten: Das institutionelle Umfeld wird durch den "arabischen Frühling" beeinträchtigt

Bahrains Herabstufung von A3 auf A4 erfolgt im Kontext des "arabischen Frühlings", in dem die Effizienz der Regierung durch die starke Abneigung der Bevölkerung gegen die Machtinhaber behindert wird. Obschon das Land weiterhin über dem Durchschnitt der Schwellenländer liegt, weist Coface auf eine Verschlechterung des Zugangs zu finanziellen Informationen hin.

"Seit Beginn der Wirtschaftsklima-Bewertung im Jahr 2007 überprüft Coface die Bewertungen von etwa zehn Ländern und kann dadurch die Verbesserungen von Unternehmen in Schwellenländern in puncto Zahlungsverhalten widerspiegeln. Die Aufwertungen von sieben Schwellenländern bestätigen unsere Erkenntnis, dass sich das Länderrisiko derselben allmählich gebessert hat - eine Verbesserung, die nicht nur auf eine robuste Wirtschaftslage zurückzuführen ist. Sie ist ebenfalls auf strukturelle Entwicklungen - d. h. auf eine verbesserte Kontrolle in diesen Ländern - zurückzuführen", führt Yves Zlotowski, Chefvolkswirt von Coface, aus.

Über die Methodik:

Die Coface Wirtschaftsklima-Bewertung zeigt die Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Unternehmensinformationen sowie den Rechtsschutz für Gläubiger. Darüber hinaus werden die institutionellen Rahmenbedingungen mit einbezogen. Die Bewertung erfolgt in sieben Kategorien, A1, A2, A3, A4, B, C und D, wobei A1 das niedrigste Risiko repräsentiert.

Die Coface Länder-Bewertungen zeigen das Ausfallsrisiko, also die Fähigkeit der Unternehmen eines Landes, Zahlungen rechtzeitig zu leisten. Sie werden auf Basis des wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Umfelds sowie des Zahlungsverhaltens der Unternehmen vergeben. Die Ländereinstufung von Coface erfolgt in sieben Kategorien. A1 bis A4 entsprechen Investmentgrades und symbolisieren geringes Risiko und stabiles Zahlungsverhalten. B, C und D stehen für mittleres bis hohes Risiko unterhalb der Investmentgrades.

Coface Austria & Coface Central Europe

Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen, Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und Bulgarien ist seit Gründung 1954 der Partner am heimischen Markt für Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria Tochter der französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central Europe ist seit 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in 12 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75 Prozent) und des KSV1870 (25 Prozent). Seit 2002 ist Wien innerhalb des Coface Konzerns Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt bereits über 700 Mitarbeiter/innen.

Coface

Ziel von Coface ist die Vereinfachung des globalen B2B-Geschäfts. Den 135.000 Kund/innen wird daher die teilweise oder komplette Auslagerung des Forderungsmanagements sowie die Finanzierung und Versicherung der Forderungen angeboten: Kreditversicherung, Factoring, Wirtschaftsinformation und Inkasso. Dank des weltweit lokalen Services der 6.600 Mitarbeiter/innen in 66 Ländern sind über 45% der 500 größten Unternehmen Kund/innen von Coface. Coface ist die Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 16,8 Mrd. Euro, Ende Dezember 2010).

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