Kadenbach: Rat soll sich für nachhaltige Fischereipolitik einsetzen - Skepsis gegenüber Handel von Fischfangquoten

Überfischung der Meere bedroht Ökosystem und entzieht kleinen Fischereibetrieben wirtschaftliche Grundlage

Wien (OTS/SK) - Heute, Dienstag, wird im Rat für Landwirtschaft
und Fischerei über die Reform der EU-Fischereipolitik beraten. Die Kommission hat ihre Vorschläge dazu in der vergangenen Woche präsentiert. "Ich hoffe sehr, dass der Rat eine nachhaltige Fischereipolitik vor wirtschaftliche Interessen stellt", so die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. In den letzten Jahren habe sich gezeigt, dass die Überfischung zum einen das Ökosystem bedroht und zum anderen werde vor allem den kleinen Fischereibetrieben die wirtschaftliche Grundlage entzogen. ****

Im Sinne des Artenschutzes sei vor allem zu begrüßen, dass laut Kommission die Fangquoten derart ausgestaltet sein müssen, dass alle Fischbestände bis 2015 ein nachhaltiges Niveau erreichen und dass die Fischereibewirtschaftung auf der Grundlage langfristiger Ziele und nach besten verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten erfolgen soll. "Das unkontrollierte Leerfischen muss endlich ein Ende haben. Es ist alarmierend, dass nach Angaben der Kommission drei von vier Fischarten mittlerweile überfischt sind", bemerkt Kadenbach, stv. Mitglied im Agrarausschuss. Ebenfalls positiv sei, dass künftig der sogenannte Beifang - also jene Fischarten, die nicht erwünscht sind -nicht mehr ins Meer zurückgekippt werden darf. "7,3 Tonnen Fisch werden jährlich ins Meer zurückgeworfen, der Großteil davon stirbt. Das ist eine nicht länger hinzunehmende Verschwendung von essbarem Fisch", so die Europaparlamentarierin.

Skeptisch sieht die Abgeordnete das Konzept der derzeit diskutierten transferierbaren Quoten (auch Konzessionen genannt). "Hier könnte es finanzstarken Betrieben möglich gemacht werden, Fangquoten von kleinen Fischern aufzukaufen, so dass wir uns letztendlich auf eine von Großbetrieben dominierte Fischereistruktur hinbewegen". Sie appelliert an den Rat, sich nicht den Interessen der Fischereiindustrie zu beugen, sondern im Sinne der Kleinfischerei und des Artenschutzes einem nachhaltigen Konzept den Vorrang zu geben. (Schluss) mb/mp

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