Berlakovich: Tausendfacher Waltod jährlich ist ein Armutszeugnis

63. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission zeigt Handlungsbedarf

Wien (OTS) - "Jedes Jahr werden weltweit noch immer mehr als 1.500 Wale abgeschlachtet - oftmals unter dem Deckmäntelchen von Forschungsinteressen. Österreich will dabei nicht tatenlos zusehen und hat sich deshalb schon vor einigen Jahren entschieden, den Stier bei den Hörnern zu packen. So kämpfen wir - VertreterInnen des Lebensministeriums und der Wissenschaft - bereits seit 1994 bei der Internationalen Walfangkommission für das Überleben dieser eindrucksvollen und wichtigen Meeressäuger. Und auch, wenn man wohl kaum von Erfolg sprechen kann, solange noch immer so viele Wale durch Menschenhand sterben, gelingt es uns trotz Rückschlägen doch, Schritt für Schritt Zugeständnisse der Fangnationen zu erzielen", betont Umweltminister Nikolaus Berlakovich anlässlich der dieswöchigen 63. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission in St. Helier, Jersey.

Hinterzimmergeschäfte und Stimmenkauf müssen ein Ende haben

Positiv wird von der österreichischen Delegation gewertet, dass - wie von der EU vorgeschlagen - nach zähen Verhandlungen eine Änderung der Geschäftsordnung beschlossen wurde. So sollen Zahlungen der Mitgliedsbeiträge, die für das Stimmrecht erforderlich sind, an Transparenz gewinnen und nur noch von einem offiziellen Regierungskonto erfolgen dürfen. "Es ist eigentlich ein Hohn, dass wir so eine Selbstverständlichkeit als Erfolg werten müssen. Hinterzimmergeschäfte gehören vor den Vorhang und der Kauf von Stimmen muss bei so einer wichtigen, internationalen Organisation -wie in allen Bereichen - endlich der Vergangenheit angehören", betont Berlakovich.

2012 in Panama heftige Gefechte um Fangquoten erwartet

Äußerst kritisch wird bewertet, dass nach wie vor keine Einigung über ein Walschutzgebiet im Südatlantik erzielt werden konnte und dieses Thema bis zur nächsten Jahrestagung im Sommer 2012 in Panama auf die lange Bank geschoben wird. Im Rahmen dessen wir es primär auch um die heiß umkämpften Quoten für den indigenen Walfang in den nächsten fünf Jahren gehen. "Österreich wird wie immer bestens vorbereitet sein, denn wir wollen mit unserem Fachwissen und unserer Stimme weiterhin mit vollen Einsatz für jedes einzelne Walleben kämpfen", so Berlakovich.

Pattstellung soll durch wissenschaftliche Erkenntnisse zugunsten der Wale fallen

Österreich nimmt seit 1994 an den Jahrestagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) teil und ist seit 1995 Vertragspartei des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs. Es setzt sich für einen möglichst umfassenden Schutz aller Wal- und Delphinarten ein. Österreich hat sich auch speziell dadurch einen Namen gemacht, dass es die Auswirkungen wichtiger Umwelteinflüsse auf Wale, wie etwa Klimawandel, Lärm, Schiffsverkehr oder die chemische Vergiftung der Meere in die Überlegungen einbezieht und somit die Einbindung der Wissenschaft verstärkt.

"Wir wollen erreichen, dass die politische Pattstellung zwischen Staaten, die Walfang befürworten, und jenen, die diesen ablehnen, aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zugunsten dieser faszinierenden Meeressäuger gelöst werden kann. Die Rolle und das Stimmrecht Österreichs in der IWC bleiben daher von entscheidender Bedeutung. Wir werden mit Sicherheit nicht locker lassen", betont Berlakovich abschließend. (Schluss)

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