Karl Habsburg im Ö3-"Frühstück bei mir": "Ich organisiere seit zwölf Jahren an den Begräbnisfeierlichkeiten für meinen Vater."

Wien (OTS) - Nach dem Tod von Otto Habsburg, letzter Kronprinz der österreichisch-ungarischen Monarchie, war sein ältester Sohn Karl heute zu Gast im Ö3-"Frühstück bei mir". Im Gespräch mit Claudia Stöckl verriet er: "Ich organisiere bereits seit zwölf Jahren an den Begräbnisfeierlichkeiten für meinen Vater. Er ist ja 98 Jahre alt geworden - da muss man sich eben zu einem vernünftigen Zeitpunkt damit auseinandersetzen wie das Ganze ablaufen soll." Otto Habsburg mischte sich bei der Planung für seinen letzten Weg nicht ein: "Ihm war es nur wichtig, dass es auch eine Zeremonie in Ungarn gibt, denn zu diesem Land hatte er ja eine enge Verbindung", so Karl Habsburg. Am kommenden Sonntag wird Otto Habsburgs Herzurne in Budapest bestattet werden.

Bei den großen Feierlichkeiten in Wien kämpft Karl Habsburg gerade mit dem Protokoll: "Da es kein Staatsbegräbnis ist, sondern eine Privatveranstaltung mit einer starken staatlichen Beteiligung, gibt es keine klaren protokollarischen Vorgaben, Sitzordnung oder Sicherheitsfragen sind teilweise unklar. Manche hohe Persönlichkeiten wollen nicht kommen, wenn nicht versichert wird, dass sie ganz vorne sitzen." Auf die gläserne Kutsche für den Kondukt wird Karl Habsburg verzichten, der Sarg seines Vaters wird auf einem Bahrwagen zur Kapuzinergruft geführt: "Wir haben die Kutsche ja beim Begräbnis meiner Großmutter gehabt, das Pferdegespann muss in der Früh trainiert werden, wir mussten sogar den Anteil an Textil auf der Kutsche ausmessen um auszurechnen, wie schwer der Stoff bei Regen wird und ob die Pferde die Kutsche dann noch ziehen können. Das ersparen wir uns diesmal lieber." Ganz sicher wird beim Requiem im Stephansdom der apostolische Segen des Papstes verlesen, den Papst Benedikt XVI. ihm per Fax zukommen hat lassen. Habsburg: "Er segnet nicht nur meinen Vater, sondern die ganze Trauergemeinde." 300 Mitglieder der Habsburg-Dynastie sind bereits für das Requiem in Wien angemeldet: "Eigentlich ist der Stephansdom viel zu klein für uns."

Das Testament von Otto Habsburg wurde bis dato noch nicht geöffnet. Karl Habsburg sagte im Gespräch mit Claudia Stöckl: "Große Schätze werden uns nicht erwarten, mein Vater musste ja nach der Enteignung ganz von vorne anfangen." Erbstreitigkeiten zwischen ihm und seinen sechs Geschwistern schließt Karl Habsburg aus: "Unsere Eltern haben uns immer vorgelebt, dass materielle Werte keine wesentliche Bedeutung haben." Die "Villa Austria", Familiensitz der Habsburger, war zuletzt nur mehr von Otto Habsburg bewohnt: "Ich kann nicht ausschließen, dass wir sie nicht verkaufen."

Karl Habsburg kommentierte im Hitradio Ö3 auch die Gerüchte, seine Ehe mit Francesca Habsburg existiere nur auf dem Papier: "Nein, das nicht. Aber wir haben festgestellt, dass unsere Interessen sehr unterschiedlich sind. Deshalb lassen wir uns viele Freiräume." Doch sie würden nach wie vor gemeinsam mit den Kindern auf Urlaub fahren und er sei auch immer wieder bei der Familie in Wien, so Karl Habsburg. Ob er also glücklich verheiratet sei? Habsburg: "Ich bin verheiratet. Und in den Bereichen wo meine Frau und ich zusammenarbeiten geht es ausgezeichnet. Wenn man drei Kinder hat wie ich kann man nur glücklich sein. In dieser Beziehung fühle ich mich glücklich."

ORF 2 zeigt am Samstag, dem 16. Juli 2011, ab 13.10 Uhr den "Abschied von Otto Habsburg" (bis 18.50 Uhr) live.

Rückfragen & Kontakt:

Hitradio Ö3 Öffentlichkeitsarbeit
Verena Enzi
Tel.: 01/36069/19121
verena.enzi@orf.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOA0001