Papierindustrie: Energiewende ohne Industrie bleibt Energiewenderl

Wien (OTS/PWK519) - "Die gestern im Nationalrat angenommene Ökostromnovelle sollte eine Energiewende einleiten. Der Beschluss zum sofortigen Abbau der Förder-Warteschlangen ohne garantierte Abfederung für die zahlenden Unternehmen führt nun dazu, dass vor allem die Kosten sprunghaft ansteigen. Da aber die bereits 2008 zugesagte Entlastung für die energieintensive Industrie, um die ja auch Wirtschaftsminister Mitterlehner seit langem engagiert kämpft, mit dem neuen Kostenbegrenzungsmodell voraussichtlich erst in einem Jahr in Kraft treten kann, wird bis dahin nicht nur der Nachteil im internationalen Standortwettbewerb unnötig verschärft, es bleiben auch wichtige Potenziale zur Erneuerung des Energiesystems in den Betrieben selbst völlig ungenutzt. Der Industrie, die gegenüber einer gießkannenartigen Förderung wirklich nennenswerte Beiträge zur Energiewende leisten könnte, wird damit die Möglichkeit genommen, die Erneuerung des Energiesystems durch zügige Investitionen in innovative Technologien voranzutreiben. Es ist daher zu befürchten, dass hier nur politisches Kleingeld auf Kosten der Zahler gemacht wurde und ein "Energiewenderl" überbleibt, das den Namen Wende nicht verdient. Erste Rückmeldungen aus den Unternehmen deuten darauf hin, dass die Investitionssicherheit für die Industrie und der erfolgreiche Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit unnötigerweise der Verbesserung der Investitionssicherheit für Ökostromanlagen geopfert wurde. Selbst wenn dieser Nachteil nur vorübergehend wirkt, trifft er die Industrie doch in einer sehr heiklen Phase, da der 2010 erkennbare Aufschwung derzeit in vielen Betrieben stagniert und die Aussichten auf das 2. Halbjahr oft kritisch bewertet werden", beurteilt Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier -Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie den Beschluss.

Auch Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Lauge könnten deutlich besser zum Ausbau der Erneuerbaren Energie beitragen, wenn die Förderbestimmungen praxisnäher wären. (AC)

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