Samariterbund begrüßt Pflegefonds-Beschluss

Schnabl fordert neue Konzepte für Einstieg in Pflegeberufe

Wien (OTS) - Franz Schnabl, Präsident des
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, ist erfreut über das heute Freitag im Parlament beschlossene Pflegefonds-Paket: "Damit ist die Finanzierung der Pflege bis ins Jahr 2014 gesichert und eine wichtige Reform im Sozialbereich unter Dach und Fach". Mit der Einrichtung des Pflegefonds gehen die Kompetenzen für das Pflegegeld von den Ländern an den Bund über. Damit wird ermöglicht, dass in Zukunft nicht mehr über 300 verschiedene Institutionen für die Auszahlung des Pflegegeldes zuständig sind, sondern nur noch acht. "Für die Pflegebedürftigen selbst bedeutet der Pflegefonds also nicht nur Sicherheit, sondern auch einfachere und schnellere Verfahren bei der Pflegegeld-Einstufung", lobt Schnabl weiter. "Die Pflege in Österreich ist damit auf neue Füße gestellt worden - so, wie wir es seit dem akuten Pflegenotstand im Jahr 2006 gefordert haben."

Ebenso erfreulich ist für Schnabl die Ankündigung von Sozialminister Hundstorfer, dass ab 2012 das diplomierte Pflegefachpersonal in den Prozess der Pflegegeld-Einstufung mit einbezogen wird. "So wichtig eine solide Finanzierung ist: Wir dürfen nicht vergessen, dass die Zukunft der Pflege auch eine Frage der Qualität ist. Und diese Qualität steht und fällt mit den Fachleuten in der Pflege", betont Schnabl. Deswegen müsse dem chronischen Fachkräftemangel ein Konzept entgegengesetzt werden:
"Pflegefachkräfte brauchen attraktivere Jobs, Aufstiegschancen und Weiterbildungsperspektiven. Nur dann, wenn wir die Pflege als Arbeitsfeld aufwerten, werden wir auch in Zukunft genügend Menschen für diese Karriere motivieren können", so Schnabl weiter. "Es geht auch darum, Wiedereinsteigern die Möglichkeit zu geben, von dem Wachstumsmarkt Pflege zu profitieren. Die Politik ist dringend gefordert, neue Konzepte für den Einsteiger, Umsteiger und Wiedereinsteiger zu präsentieren."

Nicht zuletzt müsse auch in den Ausbau von Pflegeeinrichtungen und neuen Betreuungsformen investiert werden. "Nutzen wir die Sicherheit der nächsten drei Jahre, um ein breit differenziertes Angebot für die unterschiedlichen Bedürfnisse der älteren Generation zu schaffen. Die ersten Schritte sind getan, aber im Jahr 2014 muss ein Gesamtkonzept vorliegen, das Österreich fit macht für die demografischen Umwälzungen der kommenden Jahrzehnte."

Der Pflegefonds selbst müsse in Zukunft ebenfalls höher dotiert werden, ist Franz Schnabl überzeugt: "Keine Reform der Welt kann verhindern, dass die Pflegekosten in den kommenden 20 Jahren massiv ansteigen. Wir werden neue Mittel brauchen, dürfen aber den Faktor Arbeit nicht weiter belasten. Eine sozial verträgliche Alternative wären zweckgewidmete vermögensbezogene Steuern", schlägt Schnabl vor.

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