Kirchlicher Appell zu Schuldenerlass für den Sudan

Österreich drittgrößter Gläubiger - Südsudan braucht Startchancen

Wien-Karthum, 08.07.11 (KAP) Einen Schuldenerlass für den Sudan fordert die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) von der Republik Österreich. "Eine friedliche Zukunft der beiden neuen Staaten hängt wesentlich von der Lösung der Schuldenfrage und Aufteilung der Ölerlöse ab, die über die wirtschaftlichen Perspektiven entscheiden", betont KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl unmittelbar vor der Teilung des Landes am 9. Juli.

Der Sudan ist mit rund 38 Milliarden US-Dollar hoch verschuldet, die jährlichen Rückzahlungsraten übersteigen das Vierfache des jährlichen Staatseinkommens. Österreich ist mit 2,2 Milliarden US-Dollar (1,5 Mrd. Euro) drittgrößter Gläubiger des Landes. Nach Angaben der KOO gehen die Schulden auf bundesgarantierte Exportgeschäfte aus den 1970er und 1980er Jahren zurück. 80 Prozent der sudanesischen Schulden bei Österreich sind durch Verzugszinsen entstanden.

"Die Regierung des Norden hat angeboten, die gesamten Schulden zu übernehmen, wenn im Gegenzug eine rasche Entschuldung innerhalb der nächsten zwei Jahre zugesagt wird", so Hödl. Derzeit gebe es Gespräche der Gläubigerländer sowie mit den internationalen Finanzinstitutionen.

Die bischöfliche Koordinierungsstelle fordert einen schuldenfreien Start des Südsudan, um einen Aufbau des Landes und eine Konzentration auf Fragen der Armutsbekämpfung ohne Altlasten zu ermöglichen. Gleichzeitig müssten die Gläubigerländer, etwa im Rahmen einer öffentliche Schuldenanalyse (debt audit), Verantwortung für die fragwürdige Kreditvergabe an Diktatoren übernehmen, so Hödl.

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