Familienfonds für Unternehmen praktisch ohne Nutzen

Die Wirkung von 5,6 Mrd. Euro verpufft für die Alleinfinanzierer weitgehend

Wien (OTS) - Der Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereines, Stephan Blahut, schließt sich der Kritik des Rechnungshofes zu den Familienförderungen an der in Österreich üblichen Verstrickung von - im konkreten Fall - 7 Bundesministerien, deren nachgelagerten Stellen, wie ua. Finanzämter oder Sozialversicherungsträger und beinahe 30 Abteilungen und Direktionen der Länder an. "Diese kakanische Struktur berechnet, verwaltet und überweist ohne Gesamtplan etwa 260 verschiedene Leistungen. Ob die eingesetzten Mittel ihre Wirkung überhaupt erreichen oder ob die Vielzahl an Doppelgleisigkeiten nicht doch Unsinn ist, kann dabei erst gar nicht festgestellt werden. Im Lande der neun Königreiche ist solches stets ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen."

Zu den Fakten. Die österreichischen Unternehmen speisen den ohnehin überstrapazierten Familienlastenausgleichsfond (FLAF) mit etwa 5.600 Mio. Euro - Jahr für Jahr. Gleichzeitig sehen sich die ausbildenden Betriebe mit BewerberInnen konfrontiert, die nach 15 Jahren elterlicher Förderung, inklusive neun Jahren Pflichtschule, zu mindestens zwei Drittel schon an den Grundlagen scheitern: beim Lesen, Verstehen und Rechnen, aber auch in Sachen Teamwork, Pünktlichkeit, Höflichkeit oder Verlässlichkeit. Dies untermauert nicht zuletzt eine ÖGV-Studie, die im August veröffentlicht werden wird.

Blahut spitzt zu: "Obwohl also die Unternehmen jedes Kind im Schnitt mit 4.500,- pro Jahr unterstützen, schwächeln über 800.000 Kinder in 15 Jahrgängen bei den altersadäquaten Sozialkompetenzen und kommen auch den gesetzlich anvisierten Bildungsstandards nicht nahe."

Der ÖGV fordert zur Entlastung des Budgets umgehend eine tiefgreifende Redimensionierung des überbordenden Familienförderungsapparates. Weiters sind alle Vorraussetzungen zu schaffen, um die Familienleistungen fair und effizient evaluieren und steuern zu können.

"Österreichs Unternehmen tragen ihren Beitrag gerne, aber sie erwarten zumindest ein verlässliches Erreichen von messbaren Mindestzielen", stellt GS Blahut fest.

Zwtl. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)

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