Hilfswerk begrüßt Pflegefonds-Beschluss des Nationalrats "Wichtiger Etappenerfolg, aber noch kein Tour-Sieg!"

Präsident Othmar Karas: "Vereinfachungen wirken sofort, die Finanzierung aber nur bis 2014, Personal ist jetzt schon extrem knapp!"

Wien (OTS) - Das Hilfswerk begrüßt die heute, Freitag, vom Nationalrat zu beschließenden Pflege-Gesetze, die für viele Betroffene eine bürokratische Vereinfachung bei der Zuerkennung des Pflegegelds bringen werden. Gleichzeitig wird die Finanzierung der Pflege bis 2014 gesichert.

"Bund, Länder und Gemeinden, Regierung und Parlament können heute einen wichtigen Etappensieg feiern!", kommentiert Präsident Othmar Karas die Einigung, "Aber der Toursieg ist noch lange nicht erzielt!". Karas fordert, dass jetzt keine Zeit vergeudet wird, sondern sofort damit begonnen wird, ein nachhaltiges Modell der Pflegefinanzierung in Österreich zu etablieren. "Dazu müssen Vertreter von Bund, Ländern und Gemeinden, Sozialversicherungsträgern, Betroffenen und dienstleistenden Organisationen an einen Tisch!", so Karas.

"Man kann demografische Entwicklungen nicht aussitzen. Wir haben jetzt nur eine kurze demografische Atempause bevor geburtenstarke Jahrgänge in ein Alter kommen, in dem vermehrt Pflegebedürftigkeit auftritt. Bis dahin müssen große und nachhaltige Reformen her - wie die von der BAG vorgeschlagene große Pflegefonds-Lösung!", so Karas weiter.

"Beim Personal ist die Situation jetzt schon kritisch. Alleine in der mobilen Pflege brauchen wir bis 2020 zusätzliche 9.000 Pflegekräfte. Bessere Rahmenbedingungen und eine umfassende Ausbildungsreform sind überfällig!", so Karas. "Ich verstehe nicht, warum unsere Forderung nach einer BHS für Gesundheits, Pflege- und Sozialberufe nicht aufgegriffen wird", ärgert sich Karas. "Eine Matura und gleichzeitig eine Berufsausbildung mit hohen Job-Chancen wäre sicher ein starker Anreiz für junge Menschen!", so Karas. "Dazu müssten Aufschulungen und Umschulungen noch stärker gefördert werden als bisher. Denn es gibt viele Menschen, die in einen Pflegeberuf wechseln wollen, aber während ihrer Umschulung auch Geld zum Leben benötigen.", so Karas abschließend.

Der von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG, das sind Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe) vorgeschlagene Pflegefonds steht auf www.freiewohlfahrt.at zum Download bereit.

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