- 07.07.2011, 11:08:47
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Nationalrat - Schieder: Griechenland zu helfen heißt Europa zu helfen
Rating-Agenturen besser regulieren - Möglichkeit eines Lizenzentzug prüfen
Wien (OTS/SK) - Finanzstaatssekretär Andreas Schieder stellte am
Donnerstag im Nationalrat klar, dass bei einer Pleite Griechenlands
oder bei einem Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone das Risiko für
den österreichischen Steuerzahler viel höher wäre als mit der
derzeitigen Griechenlandhilfe. "Griechenland zu helfen heißt Europa
zu helfen und letztendlich uns selbst vor Schlimmerem zu bewahren",
sagte Schieder. Die entscheidende Frage sei, was passieren würde,
wenn Österreich nicht helfen würde. Die Folgen einer Staatspleite
wären Massenarbeitslosigkeit und der Zusammenbruch der Wirtschaft
Griechenlands. Diese Folgen würden auch Wellen in Österreich
schlagen, sagte der Finanzstaatssekretär. ****
Auch ein Rauswurf oder ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone
würde die Schuldenlast letztendlich erhöhen und die Zukunftschancen
Griechenlands verringern. "Das sind keine Alternativen, sondern
vorgegaukelte Möglichkeiten", so Schieder. Der bessere Weg sei der
Weg der Hilfe mit einem substantiellen Beitrag des Privatsektors und
der Banken sowie einem Beitrag, den die Griechen selber leisten
müssen. "Griechenland braucht die Chance auf Wachstum", betonte der
Finanzstaatssekretär.
Mit Blick auf Portugal sagte Schieder, dass man bei den
US-amerikanischen Rating-Agenturen nicht mehr länger zuschauen könne.
"Wir erleben das fünfte Mal, dass Portugal ankündigt, sich auf den
Finanzmärkten finanzieren zu wollen, worauf irgendeine Rating-Agentur
Portugal schlechter bewertet, damit die Zinsen steigen und die
Finanzindustrie abcasht. Da können wir nicht länger zuschauen, da
müssen wir stärker regulieren", so Schieder, der die Möglichkeit
eines Lizenzentzugs in den Raum stellte, wenn sich Rating-Agenturen
nicht an europäische Spielregeln halten. Eine europäische
Rating-Agentur, die mehr Wettbewerb in diesem Bereich bringe, wäre
daher notwendig. Letztlich müsse man auch weiterhin Druck für die
Einführung einer Finanztransaktionssteuer ausüben, sagte Schieder.
(Schluss) pl/tg
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Tel.: 01/53427-275
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