- 07.07.2011, 10:47:25
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Ludwig/Kubik: 20 Jahre Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 2. Bezirk
Ausstellung beleuchtet zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit für die Leopoldstadt.
Wien (OTS) - Die "Gebietsbetreuung Leopoldstadt" nahm 1991 ihre
Arbeit auf. Eine umfassende Ausstellung rückt die Arbeit der
vergangenen 20 Jahre der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in der
Leopoldstadt - von Partizipationsverfahren bei der Umgestaltung von
öffentlichem Raum bis hin zu kulturellen Initiativen als festem
Bestandteil der Stadtteilarbeit - ins Zentrum. Wohnbaustadtrat Dr.
Michael Ludwig und Bezirksvorsteher Gerhard Kubik eröffneten gestern,
Mittwoch, die Ausstellung.****
..." Stadterneuerung ist ein dynamischer Prozess, der immer häufiger
direkt von der Bevölkerung ausgeht. Die GB*2 unterstützte in den
vergangenen beiden Jahrzehnten einerseits Initiativen, die an sie
herangetragen wurden und setzte andererseits selbst zahlreiche
Schwerpunkte, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu aktivieren und in
Veränderungsprozesse in der unmittelbaren Wohnumgebung einzubinden.
Das macht sie zu unersetzlichen Partnern in der Steuerung von
Beteiligungsprozessen sowie bei der Planung und Umsetzung von
gezielten Maßnahmen. Von der GB*2 aus wurden zahlreiche Impulse
gesetzt, die mittlerweile fixer Bestandteil der Arbeit der
Gebietsbetreuungen sind, etwa mit dem Stadtteilmanagement, das auch
maßgeblich dazu beiträgt, die Identität mit dem eigenen Grätzel zu
fördern", hielt Stadtrat Michael Ludwig fest.
"Mit ihrem Engagement und Arbeitseinsatz haben die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in vielfältiger
Hinsicht zur Steigerung der hohen Wohn- und Lebensqualität im Bezirk
beigetragen. Die GB*2 hat sich durch ihre erfolgreiche Arbeit und ihr
umfangreiches Leistungsangebot längst als zentrale Drehscheibe im
Bezirk für die Leopoldstädterinnen und Leopoldstädter und zahlreiche
Institutionen bestens etabliert", erklärte Bezirksvorsteher Gerhard
Kubik.
"20 Jahre Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 2. Bezirk sind kein
,Ruhekissen' - Stadterneuerung bleibt eine sich ständig ändernde
Herausforderung, der sich das engagierte und erfahrene Team der GB*2
gerne stellt", so DI Peter Mlczoch und Mag. Michael Mann,
Auftragnehmer der GB*2.
Zunächst war die Spekulationsbekämpfung im Vorfeld der damals
geplanten EXPO ein besonders wichtiges Thema. Das "Afrikanerviertel"
- zwischen Praterstraße und Taborstraße gelegen - bildete einen
weiteren Brennpunkt, neben dem schon seit 1984 von der dortigen
Gebietsbetreuung bearbeiteten Karmeliterviertel. In den ersten Jahren
waren große Teile des 2. Bezirks als "Assanierungsgebiet" verordnet
worden, um Liegenschaftsverkäufe preislich kontrollierbar zu machen.
Neben der intensiveren Arbeit mit einer Reihe von Spekulationshäusern
werden bis heute MieterInnen aus anderen Häusern bei wohnrechtlichen
Sorgen beraten.
Die Initiierung von geförderten Haussanierungen und Hofbegrünungen
war in all den Jahren ein Anliegen, um die Wohnsituation auf diesem
"sanften" Weg nachhaltig zu verbessern. Mit zahlreichen
Hausversammlungen bei Sanierungshäusern wurden Konflikte zwischen
MieterInnen und EigentümerInnen bereinigt. In den vergangenen 20
Jahren wurden 260 Projekte mit rund 8.900 Wohneinheiten saniert. Bei
Gesamtbaukosten von rd. 230 Millionen Euro betrugen die Zuschüsse aus
Mitteln der Wiener Wohnbauförderung rd. 158 Millionen Euro.
Die Gebietsbetreuung war und ist immer um Verbesserungen im
öffentlichen Raum bemüht: Wurden in den Anfangsjahren
Fußgeherbereiche und zahlreiche Schulvorplätze noch selbst "beplant",
so hat sich dies im vergangenen Jahrzehnt in der Planungsvorbereitung
durch verschiedenste Partizipationsverfahren verschoben. Heute werden
BürgerInnen schon im Vorfeld von Planungen einbezogen und können in
Form von Arbeitsgruppen, Befragungen oder Grätzelforen mitbestimmen,
wie ihr unmittelbares Umfeld umgestaltet werden soll.
Kulturelle Initiativen und Ausstellungen sind fester Bestandteil
der Stadtteilarbeit: Anfangs waren dies eher Ausstellungen über die
"Leopoldstadt gestern und heute". In den letzten Jahren werden etwa
der Vorgartenmarkt durch kulturelle Initiativen wie die "Agora
Marktbiennale" auch wirtschaftlich unterstützt. Gerade im 2. Bezirk
setzt sich die Gebietsbetreuung Stadterneuerung sehr bewusst mit der
Geschichte des Bezirks auseinander: Die Ausstellung "Zerstörte
Kultur" (1998) erinnerte an die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung
und die Zerstörung aller Synagogen und Bethäuser der Leopoldstadt
durch die Nationalsozialisten. Die "Straße der Erinnerung" (2005) und
der "Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt" (seit 2006) sind ein
wichtiges Kooperationsprojekt mit dem Verein "Steine der Erinnerung",
das den ermordeten jüdischen BewohnerInnen gedenkt und ihnen wieder
einen sichtbaren Platz im Bezirk gibt.
Mit dem Pilotprojekt "Grätzelmanagement" (2002 bis 2006) wurden
für Wien neue Methoden der Stadtteilarbeit erfolgreich getestet:
Empowerment und Vernetzung von AkteurInnen im Grätzel waren zur
wichtigen Aufgabe geworden. Die Einrichtung eines Grätzelbeirates, in
dem BewohnerInnen und Politik "auf gleicher Augenhöhe" Ideen zur
Grätzelverbesserung entwickeln war ein Novum für ganz Wien und ein
Schritt zur Erweiterung lokaler Demokratie. Projektideen aktiver
BürgerInnen für Initiativen im Stadtteil können durch das
Grätzelbeiratsbudget gefördert und somit oft erst ermöglicht werden.
Diese Methodik wird seit 2007 als Stadtteilmanagement weitergeführt
und zu einem Standard der Gebietsbetreuungsarbeit. Im Volkert- und
Alliiertenviertel und seit 2009 auch im Stuwerviertel werden beim
jährlichen Grätzelforum die Delegierten zum Grätzelbeirat gewählt.
Zahlreiche Projekte, wie z.B. das seit sieben Jahren erscheinende
"Grätzl-Blattl" oder das alljährliche Grätzelfest am Volkertplatz
oder etwa Baumscheibeneinfassungen für gärtnernde AnrainerInnen im
Stuwerviertel konnten seither umgesetzt werden.
Mit der Übersiedelung des Hauptlokales von der Mayergasse im
"Czerninviertel", wo auch erste Arbeitsschwerpunkte lagen, in das
Grätzelzentrum am Max-Winter-Platz 23 verlagerte sich der
Arbeitsschwerpunkt ins Stuwerviertel. Das Grätzelzentrum ist auch mit
dem für BewohnerInnen günstig anmietbaren Kulturraum mit wechselnden
Ausstellungen bestens etabliert. Zu einer Augenweide und einem Ort
der Kommunikation und des gegenseitigen Austauschs hat sich das
"Nachbarschaftsgärtchen" vor dem Grätzelzentrum entwickelt, in dem
AnrainerInnen selbst organisiert "garteln".
Interessierte können die Ausstellung "20 Jahre Gebietsbetreuung
Stadterneuerung im 2. Bezirk" bis 29. Juli bei freiem Eintritt zu den
Öffnungszeiten der GB*2 besuchen.
GB*2
Max-Winter-Platz 23, 1020 Wien
Öffnungszeiten:
Mo bis Mi: 9 - 12 Uhr und 13 - 17 Uhr
Do: 13 - 19 Uhr
Fr: 9 - 12 Uhr
www.gbstern.at (Schluss) kau
Rückfragehinweis:
Christian Kaufmann
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01/4000-81277
mailto:christian.kaufmann@wien.gv.at
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