"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Eurokraten wachen auf"

Endlich: Die Kommission spart und streicht Posten und Privilegien. Das ist gut.

Wien (OTS) - Mit rund 32.000 hoch qualifizierten Mitarbeitern hat die EU-Kommission immer noch einen kleineren Beamtenapparat als etwa die Städte Wien oder München. Die Privilegien der Eurokraten sind aber nicht gering. Zum Grundgehalt eines Spitzenbeamten von 15.000 bis 18.000 Euro brutto, zwölf Mal jährlich (Akademiker ohne Berufserfahrung steigen mit mindestens 4267 Euro ein), kommen Auslandsbonus, Haushalts- und Kinderzulage, zusätzliche Urlaubstage, Kindergarten und Europa-Schule für den Nachwuchs, komfortable Arbeitszeiten, ein günstiger Steuersatz von rund 20 Prozent, hohe Pensionen sowie eine automatische jährliche Lohnerhöhung. Zuletzt lag diese bei 3,7 Prozent.
Jetzt will die EU-Kommission das System zurechtstutzen (siehe Seite 5). Fünf Prozent der Posten - manche wollen sogar zehn Prozent - sollen ab 2014 gestrichen werden. Das Gehaltsschema wird angepasst, die Arbeitszeit von 37,5 Stunden auf 40 Stunden pro Woche erhöht. Die Pläne sind revolutionär. Die bisher Kritik-resistenten Brüsseler Bürokraten müssen aufwachen, passen sich an - und könnten sogar zum Vorbild für so manche nationale Verwaltung werden. Bemerkenswert, welches Modernisierungspotenzial in Sparzwängen liegt.

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