"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Versuche gegen Strache"

Herr Ackerl will die EU erpressen. Das kommt auch in der Provinz nicht gut an.

Wien (OTS) - Schwarze und rote Politiker haben's wirklich nicht leicht. Kaum könnte es beim Feuerwehrfest in St. Veit im Mühlkreis oder in St. Peter ob Judenburg gemütlich werden, schlurft schon irgendein Grantscherm daher und murmelt: "Der Strache hat ja recht." Seit heute wissen wir, dass es zumindest einen Sozialdemokraten gibt, der nicht sofort entrüstet dagegenhält, sondern meint: "Ja, teilweise hat er recht." Das sagt der niederösterreichische Vize-Landeshauptmann Leitner.
Der oberösterreichische SP-Chef Josef Ackerl will mit radikalen Ideen gegen die Sehnsucht nach dem blauen Mann ankämpfen. Er verlangt, die Zahlungen für Griechenland zu stoppen, wenn Brüssel nicht sofort die Finanztransaktionssteuer einführt. Herr Ackerl ist intelligent genug, um zu wissen, dass das blühender Unsinn ist. Aber beim Feuerwehrfest in Ampflwang wird Herr Ackerl berichten, dass er es denen in Wien so richtig hineingesagt hat - und die Finanztransaktionsteuer, wenn er etwas zu sagen hätte, praktisch vor der Tür stünde.
Der Anti-Wien-Schmäh, den ja auch die steirische ÖVP traditionell im Repertoire hat, mag bei Regionalwahlen da und dort funktionieren. Wer Rezepte gegen Herrn Strache sucht, muss schärfer nachdenken.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001