Österreichs E-Wirtschaft will Atomstrom-Geschäfte fortsetzen

GLOBAL 2000 und Greenpeace: Fadenscheinige Vorwände der Energiewirtschaft um Atomstromverbot zu verhindern

Wien (OTS) - Die Umweltorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 reagieren mit scharfer Kritik auf eine Aussendung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft, wonach ein Verbot für Atomstrom unmöglich sei. "Die österreichische Elektrizitätswirtschaft behauptet, dass es - solange irgendwo in Europa ein Kernkraftwerk läuft - auch Atomstrom in Österreich geben würde. Entscheidend ist aber vielmehr, ob direkt oder indirekt Strom von Atomkraftwerksbetreibern gekauft wird. Und das kann sowohl rechtlich als auch durch eine entsprechende Unternehmenspolitik geregelt werden", erklären GLOBAL 2000 Geschäftsführer Klaus Kastenhofer und Greenpeace Geschäftsführer Alexander Egit. Zwei Tage vor dem Anti-Atomstrom-Gipfel am kommenden Freitag, den 1. Juli 2011, rufen GLOBAL 2000 und Greenpeace die österreichische Elektrizitätswirtschaft auf, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen, statt inhaltsleere Nebelgranaten zu werfen. Der Gipfel wird nur dann ein Erfolg, wenn eine lückenlose Regelung gegen den Import von Atomstrom erreicht wird. Auch 74 Prozent der ÖsterreicherInnen hatten sich in einer aktuellen Umfrage dafür ausgesprochen.

GLOBAL 2000 und Greenpeace kritisieren außerdem die in der Aussendung benannten Ausbaupläne der Stromwirtschaft. "Das Ziel der Stromkonzerne ist offensichtlich ein Atomstromimport-Verbot zu verhindern, gleichzeitig aber auf dem Rücken der Anti-Atom-Welle ein Ausbauprogramm von kalorischen Kraftwerken zu rechtfertigen", erläutert Alexander Egit. Sogar das Verbund-Gaskraftwerk Mellach, das zu einem wirtschaftlichen Fiasko zu werden droht, wird als notwendiger Ausbau der Stromversorgung präsentiert. Zusätzlich wird auch der langjährige Wunsch der E-Wirtschaft für schnellere Genehmigungsverfahren unter Missachtung von Umweltverträglichkeit und Bürgerbeteiligung ins Spiel gebracht.

GLOBAL 2000 und Greenpeace verlangen für den Anti-Atomgipfel am 1. Juli mehr Verantwortungsbewusstsein seitens der Energiewirtschaft. "Wer seine öffentliche Aufgabe ernst nimmt, darf nicht über die Interessen der Bevölkerung drüberfahren", so Egit und Kastenhofer abschließend. "Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten Atomstromimporte zu stoppen, rechtlich oder durch eine geänderte Unternehmenspolitik. Den Erfolg des Gipfels werden wir daran messen ob es gelingt, Importe von Atomstrom tatsächlich lückenlos zu stoppen."

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