Bischof: Im Sudan werden gewaltige Probleme auftreten

Nordsudanesischer Bischof Gassis sieht Unabhängigkeit des Südsudan kritisch und befürchtet rigide Einschränkung der Religionsfreiheit, Bombardements in den Konfliktzonen Süd-Kordofan, Abyei und Darfur sowie Massenausweisungen von Südsudanesen

Wien-Khartum, 29.06.11 (KAP) Nach der formalen Ausrufung der Unabhängigkeit des Südsudan, die für den 9. Juli vorgesehen ist, kommt auf diesen Teil Afrikas eine Kette von großen Problemen zu:
Das betonte der katholische Bischof von El-Obeid, Macram Gassis, bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien. Gassis befindet sich auf Einladung des Hilfswerks "Kirche in Not" bis Sonntag in Österreich.

Im Südsudan werde es nach dem 9. Juli um die Verhinderung eines exzessiven Tribalismus, einer ausufernden Korruption und eines Nepotismus von SPLA-Guerillaführern gehen, die keinerlei Kompetenz in Ziviladministration haben. Im Nordsudan werde die Lage noch dramatischer sein, so Gassis: Hier drohten eine rigide Einschränkung der Religionsfreiheit im Sinne des Islamismus, Bombardements in den Konfliktzonen Süd-Kordofan, Abyei und Darfur sowie Massenausweisungen von Südsudanesen, die als "illegale Ausländer" angesehen werden würden.

In der sudanesischen Hautstadt Khartum warte Kardinal Gabriel Zubeir Wako mittlerweile mit einem flauen Gefühl auf die Dinge, die kommen sollen, berichtete Bischof Gassis. Derzeit würden die letzten Christen aus hohen politischen Funktionen und Botschafterposten durch regimetreue Muslime ersetzt.

O-Töne von Bischof Gassis sind in Kürze unter www.kathpress.at/audio abrufbar.

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