Gatterer-Preis 2011 an Zoran Dobric und Andreas Zinggl überreicht

Südtirols Landeshauptmann Durnwalder: "Ohne kritischen Journalismus wäre die Erreichung der Autonomie nicht möglich gewesen"

Bozen (OTS/ÖJC) - Im Südtiroler Landhaus in Bozen wurde am Mittwoch, dem 29. Juni 2011 der heurige" Prof. Claus Gatterer-Preis" für sozial engagierten Journalismus an den ORF-Redakteur Zoran Dobric vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) verliehen. Dobric bekam den Preis für seine langjährige engagierte Berichterstattung über verschiedene Themen. Besonders über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich abwechselnd in Österreich und Südtirol vergeben. Die Ehrende Anerkennung ging an den Ö1-Journalisten Andreas Zinggl.

Der Preis trägt den Namen des bekannten Südtiroler Journalisten und Publizisten Claus Gatterer, der 1984 in Wien verstorben ist. Gatterer war Zeit seines Lebens ein Unbequemer. Ein Mann zwischen den Welten und ein kritischer Geist. Erst nach seinem Tod wurde er so richtig "geehrt" - seine Bedeutung wurde erst nach seinem Tod erkannt. Dieses "unbequem sein wollen" will der Österreichischen Journalisten Club mit dem Gatterer-Preis vermitteln. Der Gatterer-Preis ist ein Aufruf zum kritischen Denken und Handeln und er richtet sich gegen jede Form der Einschränkungen der Menschenrechte, besonders der Rechte der Minderheiten.

Der gebürtige Serbe Zoran Dobric kam vor 23 Jahren nach Österreich. Er verstand kein Wort Deutsch. Innerhalb von drei Jahren erlernte er die neue Sprache. Heute macht Zoran Dobric TV-Geschichten, so als wäre Deutsch seine Muttersprache. In Serbien hat er als Radioreporter und Schauspieler gearbeitet. Sein erster Job in der neuen Heimat:
1988 - Zoran ging an das YU-Theater in Wien und spielte ohne Geld. 1991 kam er zum ORF. Als Storymacher zu "X-Lage", später als Reporter zu "Willkommen Österreich" und zum Radio "Journal-Panorama". 2004 bis 2006 ging er zu "ATV" und "PRO7". 2006 kam er wieder zurück zum ORF und ist seither Redakteur bei "Thema".

"Die mit dem "Prof Claus Gatterer-Preis 2011" ausgezeichneten Reportagen von Dobric über die Arbeit der Klasnic-Kommission und die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zeigen die besonders sensible Art, mit der Dobric seine Beiträge gestaltet. Die Kamera verletzt nie die Würde des Menschen, ist die Bürde des Opfers auch noch so schwer", so der Juryvorsitzende Fred Turnheim in der Begründung.

Dobric ist der Meinung, dass die "katholische Kirche wieder mit Macht den Opfern gegenübertritt und nicht mit der notwendigen Einsicht, so wie sie vor einem Jahr den Opfern gegenüberaufgetreten ist und hat nichts dazu gelernt".

Die Ehrende Anerkennung geht heuer an den Ö 1-Redakteur Andreas Zinggl. Zinggl ist eigentlich Raumplaner und er meint, dass "Raumplanung und Journalismus gar nicht so weit entfernt sind, wie man zunächst annehmen könnte". Bereits zu Schulzeiten, mit 16, hat er in der Radiosendung "Zickzack" mitgemacht. Seit 1997 ist Andreas Zinggl freier ORF-Journalist. Den Preis bekommt er für einen Beitrag für das "Journal Panorama" über den Arbeitsalltag der Zeitungszusteller.

In seinem Grußwort betonte der Südtiroler Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder die Wichtigkeit, Prof. Claus Gatterer, den kritischen Geist und Freund Südtirols, in die heutige Zeit zu stellen, um zu zeigen, was kritischer Journalismus heute zu bedeuten habe. Vor allem lobte Durnwalder den Mut der Ausgezeichneten, Themen aufzugreifen, über die man sonst lieber geschwiegen hätte. "Die Erreichung der Autonomie Südtirols vor 50 Jahren wäre ohne solche kritischen Journalisten wie Dobric und Zinggl nicht möglich gewesen", betonte der Südtiroler Landeshauptmann.

Juryvorsitzender Fred Turnheim sieht bei den heurigen Preisträgern mehrere Gemeinsamkeiten. "Heuer bekommen zwei Journalisten den Prof. Claus Gatterer-Preis für ihren unorthodoxen Zugang zum Journalismus. Und das ist eine wichtige Botschaft an alle. Gute Journalisten sind keine Ja-Sager, keine Karrieretypen sondern Menschen die kritisch über das Leben berichten wollen und damit oft auch ihr Eigenes in Gefahr bringen."

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