Bildungsministerium setzt Diskriminierung von behinderten Menschen fort

Heftige Kritik der Selbstbestimmt Leben Initiative zum Vorschlag für Schulintegration nach der achten Schulstufe

Innsbruck (OTS) - Über den von Bildungsministerin Claudia Schmid vergangene Woche präsentierten Vorschlag zur rechtlichen Verankerung der Schulintegration nach der achten Schulstufe freut man sich bei Selbstbestimmt Leben Österreich (SLIÖ) überhaupt nicht. "Dass schulische Integration nach der achten Schulstufe nur in Polytechnischen Schulen und in Haushaltungsschulen verankert werden soll, ist schlichtweg eine Diskriminierung", ärgert sich Mag. Bernadette Feuerstein, Obfrau von SLIÖ, "so wird Chancengleichheit für behinderte Menschen im österreichischen Bildungssystem nachhaltig verhindert."

Das österreichische Bildungssystem benachteiligt behinderte Menschen massiv: Frauen und Männer mit Behinderungen erreichen deutlich häufiger als nichtbehinderte Personen nur einen Pflichtschulabschluss. So haben nur 14,6 % aller Männer mit Behinderung im Alter zwischen 20 und 60 Jahren Matura oder Universitätsabschluss, im Vergleich zu 31,3% aller Männer ohne Behinderung - bei den Frauen sind es 15,7% im Vergleich zu 33,3%. Hand in Hand damit geht eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote von Arbeitssuchenden mit Behinderungen: Mit 17,86% im Mai 2011 ist die Arbeitslosenquote behinderter Menschen so hoch wie schon lange nicht mehr. "Wen soll es da noch wundern, dass das Armutsrisiko für behinderte Menschen in Österreich doppelt so hoch ist wie jenes von nicht-behinderten Menschen?", meint Feuerstein.
Nicht zuletzt widerspricht die Reduzierung der schulischen Integration auf zwei Schularten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die ein inklusives Schulsystem festlegt.

"Wir benötigen nicht nur flächendeckend barrierefreie Schulen, sondern vor allem endlich auch das "Aus" für alle Sonderschulen in Österreich", ist Feuerstein überzeugt.

Diese Zielsetzungen müssen unbedingt in den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen aufgenommen werden.

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