AK - Arbeitsrechtsfall der Woche: Streit um Provisionen

Wien (OTS) - Es war ein schöner Aufstieg, den A. J. bei einer IT-Firma innerhalb von knapp zehn Jahren schaffte: vom Service-Techniker zum Verkäufer im Großkundenbereich. Er war viel im Außendienst, bediente seine Kunden selbständig und teilte sich die Arbeitszeit auch selbständig ein. Doch dann fielen immer mehr Überstunden an. Für diese gab es weder mehr Geld noch Zeitausgleich. Lange hatte er sich seine Zeit und Arbeit frei einteilen können, jetzt verlangte ein neuer Vorgesetzter mehr Anwesenheit in der Firma. Für J. nicht zu schaffen, angesichts der vielen Außentermine.

So kam es immer wieder zu heftigen Reibereien. Als er an einem Tag später als üblich ins Büro kam, wurde er fristlos entlassen. "Das ist unfair", meinte J. und klagte mit Hilfe der AK. Vor Gericht fuhr die Firma schwere Geschütze auf: J. habe trotz Verwarnung seine Dienstpflichten verletzt. Doch das Gericht sah das anders: J. habe sich bei seinen Außendienstterminen an die Gepflogenheiten der Firma gehalten. Und ein einmaliges Zuspätkommen, so das Gericht, rechtfertige keine fristlose Entlassung.

Langer Rechtsstreit
Auch um Provisionen, die J. zusätzlich zum Festgehalt zustehen, wurde geklagt. Die Firma hatte plötzlich eine andere Provisionsvereinbarung bei der Abrechnung zugrunde gelegt und die aus ihrer Sicht "zu hoch" gezahlten Provisionen wieder abgezogen. Das Gericht erkannte diese neue Provisionsvereinbarung nicht an. Am Ende eines langen Verfahrens kam J. zu seinem Recht. Die Ex-Firma musste rund 26.000 Euro plus Zinsen an ausstehenden Geldern zahlen.

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