Kapellari tritt Aufruf von Priestern zu Ungehorsam scharf entgegen

Stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz: Sonderweg der Kirche in Österreich außerhalb der Weltkirche in keiner Weise gerechtfertigt

Wien, 28.06.11 (KAP) Der Grazer Bischof und Stellvertretende Vorsitzender der Bischofskonferenz, Egon Kapellari, hat einen Aufruf der "Pfarrer-Initiative" zum Ungehorsam in der katholischen Kirche entschieden zurückgewiesen. Der Aufruf gefährde die Einheit der katholischen Kirche, betonte Kapellari in einer am Dienstagabend veröffentlichten Stellungnahme. Die Bischöfe und der Papst wüssten über die pastoralen Nöte der Kirche bescheid, "Gespräche darüber hat es gegeben und wird es weiterhin geben". Es herrsche aber kein Notstand, der einen Sonderweg der Kirche in Österreich außerhalb der Weltkirche rechtfertigen würde. "Die Verbindung mit der Weltkirche und mit dem Papst gehört zu unserer unaufgebbaren Identität", hebt Kapellari hervor.

Im Aufruf der "Pfarrer-Initiative" sieht der Bischof eine "selektive Wahrnehmung der jetzigen Gesamtsituation der Kirche in Österreich". Die daraus abgeleitete Forderungen würden zwar vielen Menschen als plausibel erscheinen, sie "gefährden aber auf schwerwiegende Weise die Identität und Einheit der katholischen Kirche", hebt Kapellari hervor. "Es ist legitim, Sorgen und Anliegen aus den Pfarrgemeinden auch öffentlich zur Sprache zu bringen. Es ist aber etwas ganz anderes, dabei zu Ungehorsam aufzurufen und die gemeinsame Gestalt der Weltkirche zu gefährden und gemeinsame Verpflichtungen einseitig aufzukündigen."

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