Glaser: Bäuerliche Produzentenpreise und Konsumentenpreise müssen in Balance sein

Entwicklungsländer sollen ihre Agrarmärkte nach außen hin schützen dürfen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Billige Lebensmittel allein sind nicht das Patentrezept gegen den Hunger in der Welt. Es braucht eine ausgewogene Balance zwischen Konsumentenpreisen und Produzentenpreisen. Können Bauern in Entwicklungsländern von den Preisen für ihre Produkte nicht leben, setzt sich die Spirale von Landflucht, städtischer Slumbildung und Auswanderung immer stärker in Gang." Das stellte der ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit Abg. Franz Glaser anlässlich der Diskussionsveranstaltung "Landwirtschaft und Ernährungssicherheit" fest, die heute, Dienstag, im Parlament stattfand.

Europa habe jahrzehntelang darauf geachtet, in der Nahrungsmittelversorgung möglichst wenig abhängig von außen zu sein. "Dieses Recht, die eigene Landwirtschaft zu schützen, sollten wir auch den Entwicklungsländern zugestehen. Grenzenloser Markt kann nicht die Lösung sein, es braucht Möglichkeiten zur Regulierung. Importabhängige Agrarmärkte bieten zu wenige Lebensgrundlagen für die ansässigen Bauern und sind weitaus krisen- und spekulationsanfälliger", betonte Glaser.

Hunger ist weltweit betrachtet ein Phänomen ländlicher Räume. "Drei Viertel aller Unterernährten leben auf dem Land. Davon sind 50 Prozent Bauern und 20 Prozent Landlose", berichtete der luxemburgische WTO-Delegierte Jean Feyder im Rahmen der Veranstaltung. Er wies auch darauf hin, dass jener Anteil der Entwicklungshilfe, der in die Landwirtschaft fließt, seit mehr als 20 Jahren kontinuierlich sinkt. In Bezug auf die Entwicklungsländer sprach sich Feyder für den Aufbau agrarischer Vermarktungsstrukturen und für mehr rechtsverbindlichen Zugang der Bauern zu Grund und Boden aus.

"Das Schlüsselwort ist Vielfalt. Nur die Vielfalt an Anbaumethoden, Produktqualitäten, Tierrassen und Pflanzensorten garantiert, dass bäuerliches Wirtschaften nachhaltig möglich bleibt", so Glaser zusammenfassend.
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