Seniorenbund: Zugang zu "Urlaub von der Pflege" weiter erleichtern! Nutzung von 2% ist ein Witz!

Weg mit bürokratischen Hürden für pflegende Angehörige!

Wien (OTS) - Zu heutigen Medienberichten, wonach lediglich 2% der pflegenden Angehörigen im Vorjahr das Angebot des "Urlaub von der Pflege" genutzt hätten, hält die Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP Seniorensprecherin, Mag. Gertrude Aubauer, fest:

"Pflegende Angehörige leisten unersetzliches für unsere Gesellschaft und für ihre Angehörigen. Fromme Sonntagsreden und Danksagungen alleine helfen ihnen jedoch nicht. Nach den ersten Unterstützungsschritten der vergangenen Jahre müssen nun weitere folgen. Denn viel zu wenige pflegende Angehörige wissen überhaupt von den Unterstützungsangeboten wie "Urlaub von der Pflege" oder gratis Pensions-Versicherung während der Zeit der Pflege. Hier gilt es dringend anzusetzen!"

"Der letzte Frauengesundheitsbericht, der dem Nationalrat vorgelegt wurde, belegt: Pflegende Angehörige haben ein viel höheres Krankheitsrisiko als die Durchschnittsbevölkerung. Wer die hohe Zahl an häuslicher Pflege durch Angehörige garantieren will, muss daher mehr für die Entlastung pflegender Angehöriger leisten", erklärt Aubauer, die dazu die konkreten Seniorenbund-Forderungen anführt:

- Zu aller erst mangelt es an Information: All jene, die als pflegende Angehörige tätig sind, müssen direkt kontaktiert und über die Angebote von Kurzzeit- und Urlaubspflege informiert werden.

- Derzeit wird die Unterstützung für "Urlaub von der Pflege" im Nachhinein gewährt. Das Verfahren sollte künftig umgekehrt ablaufen:
Erst Unterstützung bei der Suche nach der passenden Ersatzpflege. Dann eine verbindliche Finanzierungszusage, damit für die Betroffenen klar ist, welche Kosten sie noch selbst zu übernehmen haben. Dann erst ist ein sorgenfreier und entspannter Antritt des "Urlaub von der Pflege" möglich.

- Künftig sollte jede pflegende Person Anspruch auf einen pflegefreien Tag pro Monat haben. Die entsprechende Planung hat möglichst wohnortnahe zu geschehen, die Finanzierung ist bundeseinheitlich sicher zu stellen.

Und Aubauer richtet den Blick der Verantwortlichen auf die drängende Neuaufstellung des Pflegesystems insgesamt:

"Der Pflegefonds bietet nur eine kurze Verschnaufpause, ist bis 2014 zeitlich befristet. Daher müssen dringend die Verhandlungen zur Neuaufstellung für die Zeit nach 2014 begonnen werden. Im Zuge dieser Strukturänderungen, die jedenfalls eine bundesweit einheitliche und nachhaltig finanzierbare Lösung garantieren müssen, ist auch die Unterstützung der pflegenden Angehörigen und die Finanzierung des "Urlaub von der Pflege" sicher zu stellen. Aber: Bis zum heutigen Tag liegt nicht einmal die Einladung zum Verhandlungsbeginn vor. Wie man da bis Ende 2012 - also in nur 18 Monaten - eine sinnvolle Lösung schaffen will, bleibt fraglich!"

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, Tel.: 0650-581-78-82; skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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