Grünewald: Töchterle will offenbar nur mehr Studierende aus reichem Hause

Soziale Selektion kann und darf nicht das Ziel des Wissenschaftsministers sein

Wien (OTS) - "Wen Wissenschaftsminister Töchterle meint, wenn er sagt, nicht jedeR müsse an einer Uni studieren, ist - nach einem Blick in die Statistik - ziemlich eindeutig: Kinder aus reichem Hause ja, Kinder aus einkommensschwachen Häusern nein. Das ist soziale Selektion", kritisiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Töchterle hat in einem Interview im heutigen "Kurier" diesen Schluss aus der Uni-Misere gezogen. Für Grünewald ein fataler Schluss: "Wer, wenn nicht der Wissenschaftsminister muss für mehr AkademikerInnen in Österreich kämpfen? Er muss mehr Geld vom Finanzminister fordern, anstatt Studierwilligen die Tür vor der Nase zuzuschlagen", so Grünewald.

Töchterle verliert kein Wort darüber, dass wir in Österreich sowohl bei den MaturantInnen als auch bei den StudienanfängerInnen verglichen mit OECD und EU unterdurchschnittlich sind. Sogar im Bildungsbericht der OECD wird Österreich gemahnt, breiteren Bevölkerungsschichten den Zugang zu höherer Bildung zu gewährleisten. "Das Arbeiterkind Töchterle bringt die eigene Geschichte als Beispiel für den möglichen Zugang zur höheren Bildung. Aber: Einzelfälle sagen nichts über die soziale Undurchlässigkeit in Österreich aus", so Grünewald.

"Außeruniversitäre Bildung, ist natürlich unverzichtbar und gehört erweitert und ausgebaut, wie das Töchterle fordert. Dies kann und darf aber nicht die primäre Aufgabe des Wissenschaftsministers sein. Das klingt nach Ablenkungs-Taktik", ärgert sich Grünewald. Die schön gefärbten Bilder, die BM Töchterle von Wilhelm Meisters Lehrjahren und vom Schmied, der seinen Hammer weglegt und am Abend zur Geige greift und Mozart spielt, können und dürfen nicht über die teils sehr triste Situation an den Unis hinwegtäuschen.

Erfreut hingegen ist Grünewald über den hohen Stellenwert, den Töchterle den Geistes und Kulturwissenschaften beimisst. "Aber der Entfall von Publikationsförderungen und die tausend Studierenden, die ihr Studium der internationalen Entwicklung nicht mit einem Master fortsetzen können, sprechen eine deutlich andere Sprache" schließt Grünewald.

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