Ärztekammer distanziert sich von "Frauensport-Sager"

Sachverhaltsdarstellung an den Disziplinaranwalt

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer distanziert sich ausdrücklich von den Aussagen eines Kollegen, wonach "zu viel Sport für den weiblichen Organismus nicht gut" sei. "Wir prüfen gerade die uns vorliegenden Unterlagen und werden dann eine Sachverhaltsdarstellung an den Disziplinaranwalt leiten", so Ärztekammerpräsident Walter Dorner. ****

Gerade die Ärztekammer habe in der Vergangenheit immer wieder auf die Bedeutung regelmäßigen Sports hingewiesen. Dorner: "Eine Reihe von modernen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist auch bedingt durch mangelnde Bewegung." Dem gelte es, in allen Bereichen massiv entgegenzusteuern. Der Ärztechef verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf den Schulsport, "der ja in den letzten Jahren durch Kürzung von Turnstunden leider sehr an Bedeutung verloren hat".

Schulkinder würden damit immer weniger Gelegenheit zu ausreichender Bewegung bekommen. Daher müssten Anreize geschaffen werden, um speziell Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung zu motivieren. Laut Dorner nehmen dabei Spitzensportler eine wichtige Vermittlerfunktion ein, "sind sie es doch, die aufgrund ihrer Vorbildfunktion viele Menschen motivieren, in ihrer Freizeit aktiv Sport zu betreiben".

Auch Ärztinnen und Ärzte hätten kraft ihres Berufs eine solche Vorbildfunktion. Daher sei es umso bedauerlicher, wenn gerade von einem Kollegen Aussagen dieser Art getätigt würden, die "ohne jegliche wissenschaftliche Evidenz" seien, so Dorner abschließend. (hpp)

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