Sommer ist gefährlichste Zeit für Motorradfahrer!

Nicht Regen, Nebel oder Sturm sondern "Schönwetter am Wochenende" ist die gefährlichste Situation für Motorradfahrer!

Wien (OTS) - Im Jahr 2010 sank die Zahl der tödlichen Motorradunfälle (68) um rund 20% im Vergleich zu den Jahren davor. Ein wichtiger Grund dafür war die ungewöhnlich hohe Zahl an Schlechtwetter-Wochenenden im Frühling und Sommer. Auch in der Unfallstatistik zeigt sich dieses Phänomen: Der Rückgang schwerer Verkehrsunfälle war an Wochenenden stärker ausgeprägt. Das ist nicht weiter verwunderlich, da viele bei Schlechtwetter auf eine Motorradausfahrt verzichten und auch die Ausflüge per Auto oder Fahrrad deutlich weniger werden.
Unfallforscher sehen Wochenenden mit prognostiziertem Schönwetter daher mit ungutem Gefühl entgegen. Vor allem zwischen Mitte Juni und Ende September sind die Motorrad-Unfallbilanzen an Schönwetter-Wochenenden leider meist erschreckend.

Der vorjährige Unfallrückgang darf daher keinesfalls zu einer Vernachlässigung der Bemühungen um die Sicherheit der Motorradfahrer führen!

Einige wichtige Sofortmaßnahmen wären:

- Entschärfung von Gefahrenstellen und Ausstattung von Kurven-Leitschienen mit einem Unterfahrschutz, der die Motorrad- und auch Radfahrer vor den scharfkantigen Leitschienenstehern schützt. Dazu müssen endlich entsprechende Richtlinien und rechtliche Grundlagen geschaffen werden.

- Sensibilisierung der Motorradfahrer für die wichtigsten Unfallursachen und -situationen, in denen besondere Vorsicht geboten ist. Schärfung des Bewusstseins, dass man als Motorradfahrer von Autofahrern leicht übersehen wird. Beispiel: Linksabbiegende Autofahrer übersehen häufig entgegenkommende Motorräder.

- Schwerpunktaktionen der Exekutive oder anderer Sicherheitsinstitutionen an Schönwetter-Wochenenden auf beliebten Motorradstrecken. Es geht dabei weniger um strenge Kontrollen und schon gar nicht um "Schikanen", sondern um die Präsenz und um eine bewusstseinsbildende Wirkung. Solche Aktionen sind zwar bei manchen Bikern nicht sehr beliebt, haben aber wahrscheinlich die größte unmittelbare unfallsenkende Wirkung. Da die Zahl der Schönwetter-Wocheneden überschaubar ist, hält sich auch der Aufwand in Grenzen.

- Durch ABS als serienmäßige Ausstattung für motorisierte Zweiräder könnten bestimmte Unfalltypen seltener werden. Ähnlich wie bei PKW wird ABS auch bei Motorrädern sicher bald selbstverständlich sein.

- Eine Kampagne zur Auffrischung der Motivation zum Tragen guter Schutzkleidung wäre dringend nötig! Zwar ist der Sturzhelm bei Motorradfahrern selbstverständlich, bei der restlichen Bekleidung werden viele aber zunehmend nachlässig. Im Wiener Raum findet die "todschicke" Mode "nackte Wadln auf schwerer Maschine" leider immer mehr Anhänger.

- "Der wichtigste Ansatzpunkt zur Unfallvermeidung ist aber die Motivation zu einem partnerschaftlichen, defensiven Fahrstil mit großer Sicherheitsreserve. Abseits von Rennstrecken dürfen beim Motorradfahren nicht Leistungsexzesse, hohe Geschwindigkeit und Wettkampfdenken im Vordergrund stehen. Viele Motorradfahrer schätzen ohnehin ganz andere Qualitäten des Motorradfahrens und genießen das unmittelbare Fahrgefühl ohne "Blechkäfig", das intensive Erleben von Natur und Landschaft, die Wendigkeit im Stadtverkehr und nicht zuletzt die leichte und Platz sparende Parkmöglichkeit", meint Michael Praschl, Gründer der unabhängigen Sicherheitsinitiative Bikers Project, die sich zukünftig auch der Sicherheit der Radfahrer annehmen wird.

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www.bikersproject.at
Mag. Michael Praschl
praschl@aon.at
Tel.: 01 494 80 60

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