WKÖ-Schwarzer: "Energieeffizienzrichtlinie ist weiterer Schritt in Richtung eines nachhaltigen Systems"

Vorbildwirkung der öffentlichen Hand ist noch ausbaufähig

Wien (OTS/PWK460) - "Die von EU-Kommissar Günther Oettinger vorgestellte Energieeffizienzrichtlinie ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Energiesystems", begrüßt Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute in Brüssel präsentierte Richtlinie.

Verbindliche nationale Energieeffizienzziele ab dem Jahr 2014 sieht die WKÖ jedoch kritisch. Energieeffizienz liege im Sinne eines jeden Mitgliedslandes der EU, deshalb sollte zumindest in diesem Bereich ein gewisses Maß an Selbständigkeit erhalten bleiben und von verbindlichen Zielen Abstand genommen werden. "Weitere Zieldiskussionen bringen die Energieeffizienz als solche nicht weiter, es muss an den Maßnahmen und der Umsetzung gearbeitet werden", so Schwarzer.

Die öffentliche Hand hat Vorbildwirkung in Sachen Energieeffizienz und kann hier durch das Umsetzen einer 3%-igen jährlichen Sanierungsquote ein wichtiges Signal an die Bevölkerung und die Wirtschaft senden. "Wie die Erfahrungen mit der thermischen Sanierung in Österreich gezeigt haben, kann hier eine langfristige Win-win-Situation aufgebaut werden", stellt Schwarzer klar. Ebenso wäre es zu begrüßen, wenn diese Politik auch auf den privaten Sektor sowie den öffentlichen Fuhrpark ausgedehnt werde.

Aus der Sicht der WKÖ ist es erfreulich, dass für Klein- und Mittelunternehmen sowie Haushalte das Postulat der freiwilligen Energieaudits beibehalten wird und diese durch entsprechende Programme stärker gefördert werden sollen. Große Unternehmen tragen der Energieeffizienz bereits heute Rechnung. Es sei zu befürworten, dass für Großunternehmen die durchgeführten Energieaudits im Rahmen von Energiemanagementsystemen und freiwilligen Vereinbarungen angerechnet werden, um Mehraufwand zu vermeiden, so Schwarzer.

Fragwürdig sei allerdings der Ansatz, dass Energieversorger Energieeinsparungen in Höhe von 1,5% jährlich bei ihren Kunden umsetzen sollen. Schwarzer: "Hier werden Unternehmen vom Verhalten Dritter abhängig gemacht". Die vorgesehene Wahlfreiheit der Mitgliedsländer hinsichtlich der Erreichung des 1,5%-Ziels sei jedenfalls zu begrüßen.

Die Einführung einer monatlichen Ablesung sei grundsätzlich positiv. Dass Endverbraucher jedoch bereits 2015 monatliche Strom-und Gasrechnungen ins Haus flattern sollen, sei ein sehr ambitioniertes Ziel, gibt Schwarzer zu bedenken. Schließlich müsse man ausreichend Zeit für ein Rollout von intelligenten Zählern - auf Basis der noch festzulegenden technischen Mindeststandards -einrechnen. (PM)

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