Bischöfe: "Ohne freien Sonntag wäre das Leben härter und unsozialer"

Österreichische Bischofskonferenz würdigt bei Sommervollversammlung "Allianz für den freien Sonntag"

Wien, 22.06.11 (KAP) An den "hohen und zugleich immer wieder bedrohten Wert" des arbeitsfreien Sonntag für den "Zusammenhalt einer humanen Gesellschaft" haben die österreichischen Bischöfe erinnert. "Ohne den freien Sonntag wäre das Leben härter, ärmer, trister und unsozialer", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseerklärung der Österreichischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe waren vom 20. bis 22. Juni zu ihrer traditionellen Sommervollversammlung in Mariazell zusammengekommen.

Mit Blick auf die "steigende Flexibilisierung der Arbeitszeit", die zu großen Belastungen führe, sei der freie Sonntag auch ein "unverzichtbarer Beitrag zum Schutz der körperlichen und geistigen Gesundheit der Arbeitenden". Damit habe der freie Sonntag eine "soziale Bedeutung ersten Ranges" und sei ein "Symbol der Freiheit", heben die Bischöfe hervor.

In ihrer Erklärung bekräftigten die Bischöfe ausdrücklich ihre Unterstützung für die "Allianz für den freien Sonntag", die vor zehn Jahren, am 2. Oktober 2001, in Österreich gegründet wurde und seither international weite Kreise gezogen hat. Insbesondere die Gründung einer Europäischen Sonntagsallianz am 20. Juni würdigten die Bischöfe als "weiteren wichtigen Schritt", um den gemeinsamen freien Tag "als Geschenk des Christentums an Europa und die Welt zu festigen". Eine starke Allianz, die "für alle Kräfte der Gesellschaft offen" sei, solle diese 52 arbeitsfreien Tage im Jahr auch in Zukunft bewahren.

Für die Christen sei der Sonntag ein "heiliger Tag", insofern er den Tag des Herrn darstelle und an die "gute Schöpfung Gottes" und an die Auferstehung Jesu Christi erinnere. Aber der freie Sonntag sei darüber hinaus auch "gemeinsames Kulturgut", er unterbreche den Alltag und gebe Raum für Erholung, Muße, Reflexion, Gebet und Feier, so die Bischöfe. "Die gemeinsame freie Zeit stärkt den Zusammenhalt in Familien, Beziehungen, Gemeinschaften und in der ganzen Gesellschaft und ist angesichts der Schnelligkeit und Brüchigkeit des Lebens wichtiger denn je."

Ehrenamt trägt Kirche und Zivilgesellschaft

Eng an den Fortbestand des freien Sonntags gekoppelt sei schließlich auch das breite ehrenamtliche Engagement, das in Österreich Kirche und Zivilgesellschaft gleichermaßen trage. Allein in der katholischen Kirche im Land engagierten sich rund eine halbe Million Menschen ehrenamtlich. "Sie tragen damit nicht nur das kirchliche Leben sondern auch wichtige Teile der Zivilgesellschaft", betonen die Bischöfe, die sich aufgrund des heurigen Europäischen Freiwilligenjahres explizit mit diesem Thema bei ihrer Sommervollversammlung auseinandergesetzt haben.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) hkl/pwu/jop/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001