PRO-GE Jugend Wien: Wer Fachkräfte will, muss sie auch ausbilden!

Gewerkschaftsjugend fordert mehr Qualität in der Lehrlingsausbildung und bittet Unternehmen zur Kasse

Wien (OTS/PRO-GE/ÖGB) - "Gut ausgebildete Fachkräfte mit bedarfsgerechter Qualifikation lassen sich auch durch noch soviel Gejammer nicht einfach herzaubern. Wer Fachkräfte braucht, muss auch für ihre Ausbildung sorgen", fordert Sascha Ernszt, Wiener Landesjugendvorsitzender der Produktionsgewerkschaft PRO-GE.++++

Wie viel den Betrieben die Ausbildung junger Menschen wert ist, sehe man anhand der rückläufigen Zahlen in der betrieblichen Lehrausbildung. "Diese Verantwortungslosigkeit der Betriebe haben nun die SteuerzahlerInnen auszubaden. Mit ihren Geldern finanzieren sie die überbetriebliche Lehrausbildung, damit die jungen Menschen nicht auf der Straße landen", kritisiert Ernszt und bittet zugleich die Unternehmen zur Kasse: "Wer selbst keine Lehrlinge ausbildet, soll zumindest in einen Ausbildungsfonds einzahlen müssen."

Durch die negativen Entwicklungen in der Berufsausbildung stehe mehr als nur der gute Ruf Österreichs auf dem Spiel. "Noch können wir auf unsere duale Ausbildung stolz sein. Wenn nicht bald in die Lehre investiert wird, erleidet auch der Wirtschaftsstandort Österreich massive Einbußen", befürchtet der Wiener Landesjugendvorsitzende.

Um die Lehre qualitativ aufzuwerten, brauche es keine neuen Modelle und keine Schmalspurausbildung, sondern mehr Investitionen in Bildung und entsprechende Qualitätssicherungen. Bei modularisierten Lehrberufen könne dies zum Beispiel durch qualifizierte Teilprüfungen nach dem Basis- und Hauptmodul gewährleistet werden, die dann gemeinsam die Lehrabschlussprüfung ergeben würden.

"Bevor sich die Wirtschaftskammer in neuen Bildungsexperimenten versucht, solle sie sich lieber dafür einsetzen, dass bestehende Möglichkeiten in der Berufsausbildung voll ausgeschöpft werden", fordert Sascha Ernszt. Die Modularisierung der Lehrberufe oder die Lehre mit Matura sind bereits wichtige Schritte zu mehr Qualität in der Berufsausbildung. Den ersten Schritt müssten aber Unternehmen mit mehr Verantwortung für eine qualitativ hochwertige Lehre setzen -durch eigene Lehrplätze oder finanzielle Beiträge.

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