E-Wirtschaft für umfassende Effizienzinitiative

Richtlinien-Vorschlag der EU-Kommission muss Zukunftstrends stärker berücksichtigen - Strom wird andere Energieformen ersetzen.

Wien (OTS) - Als "Startschuss für eine umfassende und längst überfällige Diskussion der Energieeffizienzthemen" sieht Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft, den am Mittwoch präsentierten Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie Energieeffizienz. Die neue Richtlinie soll die Energiedienstleistungsrichtlinie aus 2006 und die KWK-Richtlinie aus 2004 weiter ausbauen.

"Der effiziente Umgang mit Energie ist ein Schlüssel zur Sicherung der zukünftigen Energieversorgung", erklärte die Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, Barbara Schmidt. Eine derartige Richtlinie müsse allerdings stärker als dies im vorliegenden Papier erkennbar sei, Zukunftstrends und gesellschaftliche Entwicklungen berücksichtigen, statt auf undifferenzierte Einsparungen zu setzen. "Schmidt: "Hier gilt es Prioritäten zu beachten, statt alles über einen Kamm zu scheren." Strom sei die Energie der Zukunft und die Stromnachfrage werde auf Grund der Einführung von Zukunftstechnologien noch einige Jahrzehnte zunehmen, damit auf diese Weise ein großer Teil der benötigten fossilen Energien eingespart werden könnte. Bestes Beispiel dafür sei die Elektromobilität. Schmidt: "Es ist sinnlos, der E-Wirtschaft vorzuschreiben, jährlich den Stromabsatz zu reduzieren und gleichzeitig hunderttausende E-Autos auf die Straße bringen zu wollen."

E-Wirtschaft unterstützt Effizienzprojekte und innovative Energieanwendungen

Österreich E-Wirtschaft hat sich in ihrem 2010 präsentierten Zukunftsprogramm für eine umfassende Effizienzoffensive ausgesprochen und unterstützt bereits jetzt eine Vielzahl von Effizienzprojekten und innovativen Energieanwendungen. Mit dem BMWFJ wurde eine freiwillige Vereinbarung zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und Energiedienstleistungen auf breiter Basis unterschrieben. Schmidt: "Es ist allerdings unzulässig, Energieeffizienz mit Energiesparen gleichzusetzen, da die Tendenz steigender Ausstattung mit Konsumgütern in privaten Haushalten und Betrieben mit Informations- und Kommunikationstechnik weiter anhält. Die eingesetzten Technologien werden jedoch immer effizienter in ihrem Energieverbrauch. Entsprechend groß sind die Möglichkeiten, durch gezielten Einsatz von Maßnahmen eine Reduktion von ineffizienten Verhaltensweisen zu erreichen. Energieberatung und Energiedienstleistungen werden daher zukünftig weiter an Bedeutung zunehmen und stellen ein wichtiges Aktivitätsfeld der Energieunternehmen dar."

Klare Rahmenbedingungen gefordert

Die aktuellen europäischen Vorgaben, wie die grundsätzliche Ausrichtung, bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen, 20 Prozent CO2-Emissionen einzusparen und den Anteil Erneuerbarer Energie auf 20 Prozent zu steigern, machen es erforderlich, auf europäischer Ebene über neue, Energieeffizienzaktivitäten zu diskutieren. Schmidt: "Wesentlich ist es, allen Marktteilnehmern und Investoren Rechtssicherheit und Planungssicherheit zu geben. Vermeiden muss man aber jegliche Form von Überregulierung."

Energieeffiziente Technologien unterstützen

Energieeffiziente Technologien sollen in Zukunft nicht nur mit Förderungen sondern auch im Bereich der Forschung und Entwicklung sowie durch zielführende Rahmenbedingungen unterstützt werden. Schmidt: "Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie Fernwärme und Fernkälte bieten ein großes Potenzial für Effizienzmaßnahmen im Endkundenbereich, das mit geeigneten Genehmigungsverfahren und Instrumenten der Raumordnung erschlossen werden könnte." Der hocheffizient produzierte Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung soll mit einem Herkunftsnachweis versehen werden, um damit die Grundlage für eine zukünftige Vermarktung zu schaffen. Zusätzlich sind verstärkte Anreize für Forschungsaktivitäten zur Weiterentwicklung der Technologien und Geräte sind erforderlich.

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