Spindelegger: Kunschak kann Politik in seinem Lebenswerk viel mitgeben

Vizekanzler und Außenminister würdigt Leopold Kunschak-Preisträger im Parlament

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Der Kunschak-Preis sei eine "besondere Auszeichnung" wies heute, Dienstagnachmittag, Vizekanzler und Außenminister Dr. Michael Spindelegger in seiner Festrede auf frühere berühmte Kunschak-Preisträger wie Papst Benedikt XVI, den ehemaligen polnischen Präsident Lech Walesa und Maria Schaumayer und würdigte die außerordentlichen Leistungen der diesjährigen Preisträger des 46. Leopold Kunschak-Preises. Spindelegger ging in seiner Festrede vor allem auf die beachtenswerte Tätigkeit von Leopold Kunschak als Arbeiterführer ein. "Kunschak kann uns in seinem Lebenswerk viel für unsere Parteiarbeit und Politik mitgeben", so Spindelegger weiter.

Im Jahr 1892 habe Kunschak mit knapp 21 Jahren den Christlichsozialen Arbeiterverein gegründet. Sein Grundsatz "Arbeiter müssen würdevoll geachtet werden" gelte bis heute. Zielsetzung des Christlichsozialen Arbeitervereins sei es zudem gewesen, dass Arbeitnehmer weder nur zur Vermehrung des Reichtums benutzt, noch rein an der physischen Leistung gemessen werden dürften und Schutz und Rücksicht auf Wohlergehen, Alter und Geschlecht erforderlich seien, unterstrich Spindelegger.

Es sei beachtlich, dass er in der Ersten Republik bereits im Parlament die Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Beschäftigungsmöglichkeiten für Behinderte durchbrachte. "In dem Sinne war er ein Pionier, der etwas aufgebaut hat", wies Spindelegger darauf hin, dass Kunschak, der aus ärmsten Verhältnissen kam und als Sattlergeselle begonnen hatte, erster ÖVP-Parteiobmann war.

Kunschak sei ein Mensch gewesen, der sein Schicksal selbst in die Hand nahm, der für eine breite Schicht von Arbeitern Perspektiven zeichnete und Visionen entwickelte. Er zeigte den Weg der christlichsozialen Arbeit, das Mitübernehmen von Verantwortung für andere und das Tragen von Eigenverantwortung. All dies könne man auf die heutige Zeit übertragen. Auch die ÖVP des Jahres 2011 könne sich daran ein Beispiel nehmen; auch sie sei eine Bewegung, die viele umfassen will und nicht auf die Anliegen der kleinen Leute vergessen dürfe. Dieses "selber Hand anlegen" sei ein guter Grundsatz, den er, Spindelegger, gerne in die heutige Zeit übernehme.
Notwendig seien auch eine positive Einstellung zur Arbeit und die Freude daran, etwas zu schaffen und zu gestalten. "Selber die eigenen Früchte der Arbeit betrachten und sie mit der eigenen Familie teilen" seien Grundwerte, die "wir heute unterstreichen und in Zukunft fortführen müssen."

Kunschak habe zudem den Solidaritätsgedanken "Wer selber nicht mehr kann, darf auf die anderen vertrauen, aber nicht der, der selber nicht will" verfolgt. Diese Art der Weichenstellung habe er wie kein anderer bewerkstelligt. Das sei bis heute aktuell. "In der heutigen Zeit heißt das, dass wir sehr wohl ein Sozialnetz brauchen, auf das jeder vertrauen kann, wenn alle Stricke reißen". Diese Solidarität dürfe allerdings nicht ausgenützt werden, da dies den Solidaritätsgedanken überfordern würde, schloss Spindelegger. (Schluss)

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