Österreichischer Märtyrer der NS-Zeit vor Seligsprechung

Provikar Carl Lampert war der ranghöchste Kleriker, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde

Wien-Feldkirch, 21.06.11 (KAP) Nach Hildegard Burjan steht ein zweiter Österreicher unmittelbar vor der Seligsprechung durch Papst Benedikt XVI.: Die Kardinalsversammlung der vatikanischen Selig- und Heiligsprechungskongregation hat dem Papst empfohlen, Provikar Carl Lampert seligzusprechen. Das bestätigte die Diözese Feldkirch am Dienstagnachmittag in einer Aussendung.

Provikar Lampert war als Stellvertreter des Innsbrucker Bischofs Paulaus Rusch für die kirchliche Verwaltung Vorarlbergs verantwortlich; er wurde am 13. November 1944 in Halle an der Saale mit zwei weiteren Mitgliedern des sogenannten "Stettiner Priesterkreises" enthauptet. Lampert ist der ranghöchste Priester, der von den Nationalsozialisten im sogenannten "Großdeutschen Reich" ermordet wurde.

Sowohl bei Carl Lampert als auch bei Hildegard Burjan fehlt jetzt nur noch die Unterzeichnung des Seligsprechungsdekrets durch Benedikt XVI., bevor der Zeitpunkt der Seligsprechungsfeiern festgelegt werden kann. Für die Unterzeichnung der Dekrete durch den Papst gibt es allerdings noch keinen Termin.

Bischof Fischer: Lampert "hat nicht weggeschaut"

Carl Lampert hätten Unrechtsituationen nicht kalt gelassen, sagte der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer in einer ersten Reaktion. "Er hat nicht weggeschaut und hat nicht geschwiegen. Er ließ es sich nicht nehmen, dass Unrecht eben Unrecht ist. Diesen Mut, diese Klarheit und Offenheit brauchen wir auch heute", so Fischer.

Provikar Lampert sei auch in heutiger Zeit ein Glaubensvorbild, betonte der Vorarlberger Bischof. Eine Seligsprechung wäre nicht nur für die Feldkircher Diözese, sondern "weit darüber hinaus ein bedeutsames Ereignis", so Fischer.

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