"Epstein-Vorlesung" zur Rolle jüdischer Frauen in Wien um 1900 Prammer: Klassische Rollenbilder ins Wanken gebracht

Wien (PK) - Die "Epstein-Vorlesungen" finden heute mit einem Vortrag von Prof. Alison Rose von der Universität von Rhode Island unter dem Titel "Jewish Women of Fin de Siècle Vienna: Modernity, Philanthropy, Gender" ihre Fortsetzung. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer lädt dazu um 17 Uhr in das Palais Epstein ein.

Rose beleuchtet in ihrem Vortrag die gesellschaftliche und kulturelle Rolle jüdischer Frauen in der Wiener Gesellschaft um 1900. Diese haben vor allem im Rahmen ihrer "Salons" KünstlerInnen ihrer Zeit unterstützt und somit maßgeblich zur Entwicklung moderner Kunst beigetragen. Der Vortrag findet in englischer Sprache ohne Übersetzung statt.

"Das vielfältige Engagement jüdischer Frauen hat dazu beigetragen, stereotype Rollenklischees ins Wanken zu bringen", sagte Nationalratspräsidentin Prammer im Vorfeld der Veranstaltung.

Alison Rose promovierte 1998 in jüdischer Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem und verfügt über einen M.A. der Universität von Washington und über einen B.A. vom Reed College in Portland, Oregon. Ihre Forschungen widmet sie insbesondere dem Bild und der Rolle jüdischer Frauen im Wien um die Jahrhundertwende von 1900. Sie hat darüber ein Buch und zahlreiche Artikel publiziert. Alison Rose unterrichtet an der Universität von Rhode Island neuere Europäische Geschichte, insbesondere auch die Geschichte des Holocaust.

Die "Epstein-Vorlesungen" wurden vom inzwischen verstorbenen Direktor des Jewish Welcome Service Vienna, Leon Zelman, gemeinsam mit der Historikerin Brigitte Hamann im Jahr 2006 initiiert. Sie sollen Gelegenheit bieten, dem genius loci dieses Privatpalais nachspürend und von ihm inspiriert, Themen aus dem weiten Feld der jüdischen Geschichte im österreichischen und europäischen Rahmen zu erörtern.

Das Palais Epstein ist nicht bloß ein Denkmal der "Gründerzeit", es ist in Leon Zelmans Worten, ein "lebendiges Denkmal", ein Denkmal für jene Menschen, die für den wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit und zugleich für den politischen Durchbruch zum Verfassungsstaat verantwortlich gezeichnet haben. Das Palais und die Geschichte der Familie Epstein erzählen von jenen vielfältigen Impulsen, die Wien im 19. Jahrhundert von seinen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern erhalten hat, von ihren kulturellen Leistungen, von der Inspiration und Förderung, die sie den Künsten angedeihen haben lassen. Von seinem Stifter, dem Bankier Gustav Ritter von Epstein, war das Palais als eine Stätte der Begegnung konzipiert, und daran will man mit den Epstein-Vorlesungen anknüpfen.

In deren Rahmen sind verschiedene Formate entwickelt worden. Bisher haben Leon Zelman selbst, dann der Urenkel Gustav Ritter von Epsteins und ehemalige Gesundheitsminister in Ungarn, Professor Emil Schultheisz aus Budapest, weiters Brigitte Hamann, Professor Robert Wistrich aus Jerusalem und Professor Peter Pulzer aus Cambridge viel beachtete Vorträge gehalten. Als ein sehr interaktives Format haben sich Podiumsdiskussionen erwiesen, die sich bisher der Erforschung der Geschichte der jüdischen Parlamentarier in Österreich sowie den Aufgaben und Möglichkeiten Jüdischer Museen in der Vermittlung jüdischer Geschichte gewidmet haben. (Schluss)

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