FFV-Nachtmann zum Jugendbericht: Familie stellt wichtigste Lebenswelt von Jugendlichen dar

Viele Schlussfolgerungen sind leider von ideologisch verblendeter Sichtweise getragen

Wien (OTS) - Der jüngste Bericht der Regierung zur Lage der Jugend in Österreich ist aus Sicht des Obmannes des Freiheitlichen Familienverbandes - FFV, Mag. Gerfried Nachtmann, "im Gegensatz zum Jugendbericht 2007 zum Thema 'Gender Mainstreaming' durchaus brauchbar und interessant". Der FPÖ-Fraktionsexperte zum aktuellen Jugendbericht im heutigen Familienausschuss bedauert jedoch, dass nur wenige auswertbare Statistiken und Daten darin veröffentlicht worden seien. "Aus meiner Sicht sollte die Interpretationshoheit von Daten bei der Politik liegen, daher würde ich mir mehr Rohdaten und weniger Interpretationen wünschen."

Einige Themen wurden, so Nachtmann, leider im Bericht nicht wirklich behandelt. Dies betreffe die schlechtere Bildungssituation der migrantischen Jugend der zweiten Generation sowie die höhere Neigung zu religiösem Extremismus bei Jugendlichen der zweiten und dritten Generation im Gegensatz zu ihren in muslimischen Ländern geborenen Eltern. Nachtmann betont auch, dass die reale Situation vieler muslimischer Mädchen nicht dargestellt worden sei, welchen nachweislich eine adäquate Bildung versagt bliebe und die nach der Pflichtschule in Familien im In- und Ausland verschwinden.

"Die Zusammenstellung der Sachverständigenkommission wirft überdies Fragen auf", so Nachtmann. Es sei zu begrüßen, dass neben Wissenschaftlern und Experten aus der Jugendarbeit auch Jugendvertreter in der Sachverständigenkommission sitzen. Fraglich sei jedoch, dass es sich bei der einzigen Jugendvertreterin um eine Angehörige der "Muslimischen Jugend" handle. "Prinzipiell hätte ich damit kein Problem, wenn auch andere Vertreter von Jugendorganisationen oder Religionsgemeinschaften in diesem Gremium sitzen würden", meint Nachtmann.

Zu den Schlussfolgerungen der Sachverständigenkommission:

"Der Hinweis auf die Kinderrechtskonvention ist wichtig, dabei wäre aber insbesondere das Recht des Kindes auf beide Elternteile sowie die staatliche Verpflichtung hervorzuheben, Familien so zu stellen, dass eine ausreichende finanzielle Grundversorgung vorhanden ist", so der FFV-Obmann. Dies sei angesichts der steuerrechtlichen Regelungen vor allem beim österreichischen Mittelstand nicht gegeben. Die Familienbeihilfe und der Kinderabsetzbetrag stellten nämlich nicht einmal die auf dem Unterhalt liegende Steuerbelastung frei. "Von Familienförderung kann in Österreich bei erwerbstätigen Steuerpflichtigen daher keine Rede sein. Beispielsweise bleibt einer Wiener Mindestsicherungsfamilie mit drei Kindern deutlich mehr zum Leben als einer Alleinverdienerfamilie mit drei Kindern bei einem Einkommen in Höhe von 2.000,- Euro. Wobei nicht die Mindestsicherung zu hoch sondern die steuerliche Berücksichtigung von Kinderlasten zu gering ist."

Die Schlussfolgerungen zum Bereich der "Organisatorischen und behördlichen Maßnahmen" zeigten, dass "bei den Sachverständigen wenig Verständnis für die politischen Realitäten vorherrschen dürfte", befindet Nachtmann. Die Forderung nach einem eigenen Kinder- und Jugendministerium sei angesichts der Tatsache, dass es nun nicht einmal mehr ein Familienstaatssekretariat gebe und im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik Großteils eine Länderzuständigkeit bestehe, "mehr als weltfremd". Auch die Forderung nach einem eigenen Jugendausschuss, der mit beigezogenen Experten und Jugendlichen tagen solle, entspreche nicht wirklich den parlamentarischen Gepflogenheiten.

Zur geforderten Ausarbeitung einer "Nationalen Entwicklungsstrategie für die Jugendpolitik in Österreich" stellt Nachtmann fest, dass hier verlangt werde, dass Bundesjugendvertretung, Jugendreferate und NGOs einen "Aktionsplan" ausarbeiten sollen, der dann auf Jugendressortfremde Politikfelder eine stärkere oder schwächere Umsetzungsverpflichtung haben solle. "Hier habe ich den Eindruck, der Schwanz will mit dem Hund wedeln", sagt Nachtmann.

"Als Mittel der Verbesserung der jugendlichen Lebenswirklichkeiten wird in den Schlussfolgerungen ausschließlich auf Jugendwohlfahrt, Jugendförderung, Offene und Mobile Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit abgestellt. Den Begriff Familie findet man im Schlussbericht keine zehn Mal und eigentlich nur im Zusammenhang mit Problemen, Gewalterfahrungen, Suchtbelastung und Familieninterventionen. Dies ist eine Sichtweise, die leider den gesamten Bericht entwertet, weil es sich nicht um eine objektive, sondern eine ideologisch verblendete Sichtweise handelt", zeigt Nachtmann auf.

Alle Befragungen von Jugendlichen und auch jüngst der Jugendmonitor würden zeigten, dass die Familie die wichtigste Lebenswelt von Jugendlichen darstellt. "Bei der Erstellung der Schlussfolgerungen dürfte man also nicht ergebnisoffen, sondern vielmehr von fixen ideologischen Vorstellungen ausgegangen sein", kritisiert der Familienexperte massiv und hält abschließend fest: "Ich persönlich bin der Meinung, Jugend braucht Freiheiten und Familien brauchen ideelle und finanzielle Stärke und nicht, wie von der Sachverständigenkommission gefordert, Verstaatlichung."

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