Fuhrmann: Jugendbericht liefert Grundstein für Entwicklung einer wissensbasierten Jugendpolitik

ÖVP-Jugendsprecherin: Politisches Interesse ist gestiegen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Der demographische Wandel, Bildung, Ausbildung und Beruf, Freizeitinteressen sowie politisches Interesse waren nur einige Faktoren, mit denen sich der sechste Bericht des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend zur Lage der Jugend in Österreich befasste. "Der Jugendbericht gibt eine umfassende Perspektive auf Prozesse und Anforderungen des Aufwachsens in der österreichischen Gesellschaft und zeigt auch Handlungsfelder auf. Mit den sieben Arbeitspaketen von der Regierungsklausur im Mai 2011 wird vielen darin enthaltenen Punkten Rechnung getragen", sagte heute, Dienstag, ÖVP-Jugendsprecherin Abg. Mag. Silvia Fuhrmann anlässlich der Behandlung des Berichts im Familienausschuss. Zu den unterschiedlichen, für das Aufwachsen und die Lebenssituation von Jugendlichen relevanten Themenbereichen haben Experten und Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis in Österreich vorhandene Daten und Erkenntnisse zusammengetragen, um den Grundstein für die Entwicklung einer wissensbasierten Jugendpolitik zu legen.

2008 waren 21,2 Prozent der Bevölkerung (1,8 Millionen) Kinder und Jugendliche unter 20 Jahre. 1988 lag ihr Anteil noch bei 25 Prozent. In 20 Jahren wird ihr Anteil an der Bevölkerung auf 18,9 Prozent oder 1,7 Millionen schrumpfen (minus 4,5 Prozent). Gleichzeitig werden Anteil und Zahl der Personen über 65 merklich ansteigen, von derzeit 17,2 Prozent der Bevölkerung (1,4 Millionen) auf 23 Prozent (2,1 Millionen). Die Alterung der Gesellschaft ist demnach mit steigenden Kosten für die Versorgung der Älteren verbunden. Daher besteht Handlungsbedarf seitens der Politik, wünscht sich Fuhrmann eine nachhaltige Absicherung für die heutigen jungen Menschen im österreichischen Sozialsystem.

Der Bericht unterstreiche besonders den wichtigen Aspekt von Bildung in der Existenzgründung eines jungen Menschen. Die Höhe der formalen Qualifikation nimmt laut Bericht mit ansteigendem Alter von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu. Dennoch haben 10,9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 13 Prozent der 25- bis 34-Jährigen im Jahr 2007 keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss. "Ein früher Schulabbruch ist u.a. mit deutlich erhöhter Arbeitslosigkeit bzw. mit Beschäftigung in Hilfstätigkeiten verbunden", warnt Fuhrmann. Daher bedürfe es weiterer guter Reformen im Bildungsbereich, um die individuelle Förderung, aber auch die Durchlässigkeit im System, zu optimieren.

Arbeit wird als existenzsichernder und identitätsstiftender Faktor gesehen. Sowohl Mädchen und junge Frauen als auch Burschen und junge Männer streben vorrangig nach einem sicheren und sinnvollen Arbeitsplatz, der die eigene ökonomische Lebensgrundlage sichert, ein geregeltes Leben ermöglicht, aber auch persönliche Entwicklungschancen und Selbstverwirklichung gewährleistet. Allerdings: Eine gelungene Balance zwischen Berufsleben und Freizeit wird zunehmend wichtiger, da Selbstverwirklichungsaspekte vor allem in die Freizeit verlegt werden müssen. Bei den Freizeitinteressen dominiert das Zusammensein mit Freunden, gefolgt von Mediennutzung (Musik hören, Fernsehen, Videos, DVDs ansehen oder Computer- und Internetnutzung).

Gerade Jugendliche sind heute mehr denn je mit Politik konfrontiert, nicht zuletzt auch durch die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Erfreulich ist für Fuhrmann daher, dass bei den 15- bis 25-Jährigen seit der Absenkung des Wahlalters das politische Interesse, eine Grundvoraussetzung politischer Beteiligung, gestiegen ist. Als wichtiges Motiv für politische Partizipation gilt die lebensweltliche Verankerung von Interessen, die aus aktuellen, die Jugendlichen betreffenden Problemen resultieren.
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