FP-Gudenus: Soziale Eiseskälte von Rot und Schwarz verursacht steigende Armut in Wien

Die Armutsfalle in Wien ist hausgemacht

Wien (OTS/fpd) - Im Zuge der heutigen Pressekonferenz zeigte der Klubobmann der FPÖ-Wien, Mag. Johann Gudenus auf, wie schlecht es den Wienerinnen und Wienern auf Grund der sozialen Eiseskälte der Landes-und Bundesregierung geht. Mehr als 200.000 Wiener leben in Armut oder sind akut armutsgefährdet. Jeder achte Wiener lebt in einem Haushalt mit einem verfügbaren Einkommen, inklusive Sozialleistungen von weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens.

Die Entscheidung für Kinder ist für die Masse der Familien und noch mehr der Alleinerzieher leider oft auch eine Entscheidung für Armut. Fast jede dritte Alleinerzieherin ist armutsgefährdet und das, obwohl Alleinerzieherinnen mit 77 Prozent viel häufiger erwerbstätig sind, als Frauen in zwei-Eltern-Familien.

Auch junge Menschen sind in Wien massiv von Armut betroffen. Ein Drittel der Menschen, die sich als obdachlos bei der Caritas melden, ist unter 30 Jahre alt. Wien musste die Notschlafstellen im Vorjahr von 3.000 auf fast 4.500 aufstocken und trotzdem kann der Bedarf nicht gedeckt werden.

Trauriges Faktum ist außerdem, dass die Mindestsicherung gerade einmal bei 744 Euro zwölf Mal im Jahr liegt, obwohl die Armutsgefährdung bei 950 Euro zwölf Mal im Jahr liegt. Dies ist also sicherlich kein Mittel im Kampf gegen die Armut, stellt Gudenus fest.

Wie es in Wien so weit kommen konnte, liegt auf der Hand. Die Bundesregierung nahm den Familien auf Grund diverser Kürzungen insgesamt 360 Millionen Euro weg. Dazu kommt die ungerechte Verteilung des Geldes: Viele Top-Verdiener leben im Gemeindebau, was am Sinn dieser Einrichtung vorbei geht. Zudem wird zu Hauf Geld über Entwicklungshilfe an das Ausland verschenkt und Millionen-Subventionen für dubiose Vereine vergeudet, während Arme viel zu wenig unterstützt werden. Hier wird eindeutig eine Politik gegen die Menschen betrieben, kritisiert Gudenus, der auch auf die Tendenz hinweist, dass Reiche immer reicher werden und Arme immer ärmer.

Die Armutsfalle ist hausgemacht

Arbeitnehmern wird bei Krankheit nur sechs bis maximal zwölf Wochen das Gehalt weitergezahlt und dann halbiert. Auch das Arbeitslosengeld ist mit bestenfalls 1.411 Euro relativ gering. Dem gegenüber steht ein unverschämter Gebührenwucher in Wien. In den vergangenen fünf Jahren wurde Strom um 20 Prozent, Kanalgebühr um 35 Prozent und Gas um 42 Prozent teurer. Heuer wird der Preis für Fernwärme um 8,6 Prozent erhöht und auch Öffi-Tarife werden in die Höhe geschnalzt. Dafür hat die SP den Heizkostenzuschuss halbiert, das Pflegegeld jahrelang nicht valorisiert und auch noch den Zugang zu den Stufen 1 und 2 erschwert, wodurch die Verantwortung für Pflege zurück zu den Familien delegiert wurde. Vor diesem Hintergrund wird der Bedarf an Heimhilfen und Pflegepersonal immer größer. Daher muss der Pflegeberuf attraktiver und mehr beworben werden und es bedarf eines neuen Berufsbilds in dieser Richtung, so Gudenus, der außerdem die Forderung erneuert, Sozialleistungen nur mehr Inländern zuzugestehen, dafür aber mehr.

Kaputtsparen der Spitäler und Personalengpässe treffen die Ärmsten am meisten

Diverse Studien zeigen deutlich auf, dass Armut krank macht. Arme Menschen sind also vom Kaputtsparen der Spitäler am meisten betroffen, stellt Gudenus fest. "Gerade im Bereich Gesundheit hakt es an allen Ecken und Enden. Wir brauchen etwa mehr Therapieplätze, denn die 120.000 Stunden, welche die Wiener Gebietskrankenkasse im Jahr anbietet, sind bereits nach drei Monaten aufgebraucht. Bei Kosten von 60 Euro und mehr pro Stunde sind Therapien dann für viele Menschen nicht mehr erschwinglich. Da muss dringend mit der Gebietskrankenkasse über mehr Stunden verhandelt werden", fordert Gudenus. Außerdem muss der Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie vorangetrieben und die Personalengpässe insbesondere im AKH bei den Hebammen sowie auch in der Kinderklinik endlich behoben werden, fordert Gudenus abschließend. (Schluss) hn

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