Öllinger: Leugnung der Ehrenbürgerschaft Hitlers in Braunau durch SP und FP mehr als peinlich

Unrühmliches Kapitel unserer Vergangenheit muss durch klare Beschlüsse beendet werden

Wien (OTS) - Der Abgeordnete der Grünen, Karl Öllinger, hat in der "Neuen Warte am Inn" vom 23.3.1938 und in der (Linzer) Tages-Post vom 22.3.1938 die Hinweise auf die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers in Braunau und später auch auf die Verleihung des Heimatrechts gefunden und in der Folge mit der Stadtgemeinde Braunau /Inn dazu Kontakt aufgenommen. "Vom Bürgermeister der Stadt Braunau wurde mir telefonisch bestätigt, dass man mittlerweile die Meldung aus der 'Neuen Warte' gefunden habe und es keinen Aberkennungsbeschluss gebe", hält Öllinger fest. Dass Braunau aberkennen müsse, sagt nun auch der Bürgermeister gegenüber dem ORF (http://ooe.orf.at/stories/522209/ )

"Braunau hat tatsächlich viel getan, um mit seinem Ruf als Geburtsort Hitlers umzugehen. Es ist daher mehr als peinlich, wenn jetzt SPÖ-Vizebürgermeister Pointner gegenüber der APA die Ehrenbürgerschaft Hitlers mit folgenden Worten weg reden will: 'Es gibt meines Wissens keinen Gemeinderatsbeschluss, dass Hitler überhaupt die Ehrenbürgerschaft von Braunau bekommen hat'", so Öllinger. Der Vizebürgermeister sei daran erinnert, dass es in der Nazi-Zeit überhaupt keine gewählten Gemeinderäte gegeben hat, sondern sofort von den Nazis installierte Bürgermeister, die in der Regel NSDAP-Mitglieder waren so wie die Beiräte, die später bestellt wurden.

Die Aussage der FPÖ-Vizebürgermeisterin von Braunau, wonach Hitler im ganzen Bezirk Braunau nicht als Ehrenbürger geführt wurde, ist nach Ansicht Öllingers "völliger Humbug", denn alleine durch die Meldung von "Tages-Post" und "Neuer Warte" sei ersichtlich, dass Hitler auch in Maria Schmolln zum Ehrenbürger ernannt worden sei. "Ob Maria Schmolln - so wie Schalchen (ebenfalls Bezirk Braunau) - jemals einen Aberkennungsbeschluss gefasst hat, ist mir ihm nicht bekannt", so Öllinger.

" Wenn die FPÖ jetzt auch in Braunau anfängt, die Geschichte zu deuten, wird's gefährlich. Es wäre sehr schade, wenn durch parteitaktische Spiele die Bereitschaft Braunaus, sich mit dieser Episode auseinanderzusetzen und sie formell abzuschließen, gefährdet würde. Das haben sich die Braunauer nicht verdient."
Öllinger erinnert daran, dass es mittlerweile für fast alle Parteien klar sei, dass dieses "unrühmliche Kapitel" unserer Vergangenheit durch klare Beschlüsse beendet werden solle. " Leider gibt es noch immer einzelne Parteifunktionäre, aber auch Gemeinden - und damit meine ich nicht Braunau, die dazu nicht bereit sind", betont Öllinger.

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