Zukünftige Pensionen: Sichern ja, aber wie?

Expertendiskussion beleuchtet Finanzierungsfragen und Lösungsansätze

Wien (OTS/PWK449) - Wie das Pensionssystem der Zukunft aussehen soll, das war das Thema einer Podiumsdiskussion, zu welcher der Fachverband der Pensionskassen und das Wirtschaftsforum der Führungskräfte gestern Abend in das Wiener Museumsquartier geladen hatten. Dabei diskutierten junge Sozialpartner gemeinsam mit Pensionsexperten. Einigkeit herrschte bei den Jungen darüber, dass eine langfristige Sicherung des Pensionssystems notwendig ist. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Dass unser Pensionssystem vor ungelösten Finanzierungsfragen steht, davor warnen Pensionsexperten seit einigen Jahren. Höhere Lebenserwartung, weniger junge Arbeitnehmer, gleich bleibendes Pensionsantrittsalter - das sind nur drei der Faktoren, die das staatliche Umlagesystem vor große Herausforderungen stellen.

Aber wie groß wird die Pensionslücke im Jahr 2030 tatsächlich sein? Was ist heute zu tun, damit die Jungen ihren Lebensstandard im Alter erhalten können? Darüber diskutierten unter der Moderation von Martin Kwauka (Magazin Format): Nora Erhardt (Young Leaders Forum), Jürgen Michlmayr (Österreichische Gewerkschaftsjugend) und Markus Roth (Junge Wirtschaft) gemeinsam mit dem Pensionsexperten des IHS, Ulrich Schuh, sowie Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen.

Aus Sicht des IHS-Experten Schuh bringt nur eine Enttabuisierung des Problems die Chance auf langfristige Sicherheit: "Die Pensionslücke, also die Differenz zwischen dem letzten Gehalt vor Pensionsantritt und der ersten Pension, wird größer. Ebenso vergrößert sich das Finanzierungsproblem für die öffentliche Hand. Wer das verschweigt, der steht letztlich einer Lösung des Problems im Wege", so Schuh. Er empfiehlt die rasche Umsetzung eines nachhaltigen Pensionssystems. Dieses sollte aus einer langfristig tragfähigen staatlichen Säule bestehen, die um die kapitalgedeckte zweite und dritte Säule ergänzt wird. Dadurch sollen die Risiken breit gestreut werden.

Nora Erhardt vom Young Leaders Forum (WdF): "Wir sehen es als unsere Aufgabe junge Führungskräfte zu vernetzen, zu entwickeln und zu vertreten. Das Thema Pensionen ist dabei sehr stark verankert. Unser Ansatz ist, angehende Führungskräfte dahingehend zu sensibilisieren, Verantwortung zu übernehmen, damit ihre Mitarbeiter länger und zufriedener im Arbeitsleben bleiben. Das Ziel ist, so strukturell die Probleme des Pensionssystems hintanzuhalten."

Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft: "Die Reformen für das Pensionssystem kommen viel zu spät. Schon vor 15 bis 20 Jahren waren erste Zeichen des Handlungsbedarfs gegeben. Jetzt sind dringend Maßnahmen zu setzen: Die Hacklerregelung muss sofort weg, das faktische Pensionsantrittsalter muss angehoben und die Gesundheitsvorsorge forciert werden, damit Arbeitnehmer länger im Erwerbsleben bleiben können."

Jürgen Michlmayr, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend: "Wenn wir den Jungen Sicherheit geben wollen, dann muss Schluss sein mit dem Schlechtreden der staatlichen Pensionsvorsorge. Denn die Finanzierbarkeit des Pensionssystems ist nicht nur eine Frage des politischen Willens, sondern auch eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit in Österreich. Da besteht eindeutig Nachholbedarf."

Andreas Zakostelsky vom Fachverband der Pensionskassen verweist auf eine aktuelle Studie unter 1.000 jungen Erwerbstätigen. Zwei Drittel der Jungen sind bereit, selbst in eine ergänzende Firmenpension einzuzahlen. Im Gegenzug fordern drei Viertel der jungen Generation von den Arbeitgebern das Angebot einer betrieblichen Vorsorge.

Aus Sicht der Pensionskassen kann nur ein grundlegender Umbau des gesamten Systems eine echte Zukunftssicherung bringen. "Die EU-Kommission hat Österreich und andere Länder bereits darauf hingewiesen, dass der Anteil des Umlagesystems an den Pensionsleistungen zu hoch ist. Langfristig ist das nicht finanzierbar. Um den Druck auf die Staatsfinanzen zu reduzieren, sollten die kollektive Firmenpension und die individuelle Vorsorge ausgebaut werden", so Zakostelsky. "Wichtig in der Diskussion ist, das 3-Säulen-System in seiner Gesamtheit zu betrachten und nicht gegeneinander auszuspielen."

Zudem weist Zakostelsky darauf hin, dass die Verbreitung der Firmenpensionen sehr abhängig von den Branchen und der Unternehmensgröße ist: "Hier ist noch viel Informationsarbeit notwendig, um auch diese Kluft in der unterschiedlichen Verbreitung zu schließen", resümiert Zakostelsky. (PM)

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Rückfragen & Kontakt:

Mag. Andreas Zakostelsky:
Monika Schmied, MBA
Tel.: +43-(0)664-62 75 209

Fachverband der Pensionskassen
Dr. Fritz Janda
Tel.: +43-590 900-4108
E-Mail: fvpk@wko.at
Web: http://www.pensionskassen.at

The Skills Group
Christiane Fuchs-Robetin
Tel.: +43-1-505 26 25-66
E-Mail: fuchs-robetin@skills.at
Web: http://www.skills.at

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