Freier Sonntag in Österreich "ist internationales Vorbild"

Deutscher Arbeitspsychologe warnt vor steigendem Krankheitsrisiko durch Sonntagsarbeit

Wien-Brüssel, 21.06.11 (KAP) Das Modell des freien Sonntags in Österreich ist ein Vorbild für andere europäische Länder. Das unterstreichen Gabriele Kienesberger und Franz Georg Brantner von der österreichischen "Allianz für den freien Sonntag" nach der Gründungskonferenz der "Europäischen Sonntagsallianz" am Montag in Brüssel.

Der deutsche Arbeitspsychologe Friedhelm Nachreiner erklärte bei der Konferenz, Sonntagsarbeit habe nachweislich negative Folgen für Gesundheit und Sicherheit. Studien belegten, dass sich Sonntagsarbeit nachteilig auf das Gleichgewicht von Berufs- und Privatleben auswirke und das Unfall- und Krankheitsrisiko signifikant ansteigen lasse, so der Forscher. "Ruhezeiten lassen sich nicht aufschieben", betonte Nachreiner: "Wenn jemand am Sonntag arbeitet, ist ein anderer freier Tag kein Ersatz dafür. Das funktioniert weder individuell noch für die Gesellschaft."

Eine politische Entscheidung über den Sonntagsschutz sei auch eine Entscheidung darüber, "in welcher Gesellschaft wir leben wollen: in einer partizipativen Gesellschaft oder in einer Gesellschaft, in der sich mehr und mehr Menschen aus der Interaktion herausziehen". Dies habe auch "negative Auswirkungen auf die Demokratie", warnte Nachreiner.

Europa brauche ein Sozialmodell, das nicht auf Produktion und Konsum basiert, sondern auch auf gemeinsamer freier Zeit für soziale Interaktion und soziales Engagement, betonte der italienische Politologe Luca Jahier. "Wir brauchen Zeit für gemeinsame Rituale der Gesellschaft, nicht bloß Massenrituale wie Shopping", sagte der Präsident der Zivilgesellschaft-Gruppe im Europäischen Wirtschafts-und Sozialausschuss.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gut/jop/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001