SJÖ zu Sitzenbleiben: "Schwindelegger" begeht Wortbruch zulasten der Jugendlichen

Betonfraktion in ÖVP wieder obenauf. Sitzenbleiben wegen einzelner Fünfer ist leistungsfeindlich und volkswirtschaftlicher Unsinn

Wien (OTS) - Harte Kritik am Zurückrudern der ÖVP in Sachen Sitzenbleiben abschaffen und modulare Oberstufe übt Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend: "Die Blockadepolitik der ÖVP im Bildungsbereich geht leider weiter. Kaum ist ein Schritt in die richtige Richtung paktiert, machen rückwärtsgewandte Kräfte in der ÖVP wieder einen Rückzieher." Moitzi befürchtet, mit dem neuen Parteichef habe in der Volkspartei der Wortbruch Einzug gehalten:
"Nach dem Hintergehen seiner eigenen steirischen ParteikollegInnen bei Personalbesetzungen zeigt sich auch in der Bildungspolitik, dass der ÖVP-Chef keine Handschlagqualität besitzt. Er muss aufpassen, nicht zum 'Schwindelegger' zu mutieren!" Mit dem Rückzieher wandle die ÖVP wieder auf den Spuren des stockkonservativen Gehrer-Schüssel-Kurses.

Inhaltlich kann Moitzi die ÖVP-Bedenken gegen das "längst überfällige weitgehende Abschaffen des Sitzenbleibens" nicht nachvollziehen: "Was daran leistungsfördernd sein soll, wegen einzelner schlechter Noten ein ganzes Schuljahr zu verlieren, aus dem sozialen Gefüge des Klassenverbandes gerissen zu werden und auch bereits positiv absolvierte Gegenstände wiederholen zu müssen, kann mir niemand erklären." Pädagogisch wie volkswirtschaftlich komme das Sitzenbleiben einer einzigen Katastrophe gleich: "Wir brauchen endlich ein Schulsystem, das nicht auf den Schwächen der SchülerInnen herumreitet, sondern die Talente und Interessen fördert."

Gerade der sparfanatischen ÖVP müssten die finanziellen Vorteile einer Abschaffung des Sitzenbleibens ins Auge springen. Bezeichnend findet Moitzi die inhaltliche Rückendeckung für die ÖVP-Betonfraktion durch die FPÖ, die damit "einmal mehr zeigt, dass sie keine moderne oder soziale Partei ist, sondern am Einzementieren jugendfeindlicher Ungerechtigkeiten interessiert ist." Der freiheitliche Pseudo-Sozialpolitiker Kickl entpuppe sich als Handlanger der mittelalterlichen Gehrer-Schüssel-Bildungspolitik und würde wohl schon wieder von Schwarzblau träumen. Wer von dieser rückschrittlichen Blockadepolitik genug habe, solle das Bildungsvolksbegehren unterschreiben, regt Moitzi abschließend an.

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