GPA-djp-Pick: Eindeutiges Votum der Lehrlinge gegen Sonntagsöffnung

Herr Lugner, diskutieren wir doch über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen für Lehrlinge im Handel!

Wien (OTS/GPA-djp/ÖGB) - "94,5 Prozent der Wiener Handelslehrlinge wollen nicht am Sonntag arbeiten! Das ist ein eindeutiges Votum. Auch Herr Lugner und seine Gefolgschaft müssen es wahrnehmen und verstehen: Wenn es um eine Verschlechterung des Lebensstandards der Beschäftigten im Handel geht, diskutieren wir darüber nicht!" so Peter Pick, Jugendvorsitzender der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) Wien.++++

Unsere jährlich durchgeführte Handelslehrlingsumfrage bestätigt, dass die Betroffenen die Sonntagsarbeit klar ablehnen. 63,9 Prozent der Wiener Lehrlinge im Handel würden sofort versuchen, den Job zu wechseln, wenn sie am Sonntag arbeiten müssten, erklärt Pick: "Das beweist, dass junge Menschen sehr wohl ihre Freizeit gemeinsam mit FreundInnen und Familie genießen wollen. Die derzeit geltenden Ladenöffnungszeiten machen das Teilhaben am sozialen, kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Leben schon oft schwer, eine Sonntagsöffnung würde die Freizeitgestaltung dramatisch verschlechtern."

Auch die so häufig zitierte Freiwilligkeit lasse sich anhand der Öffnung am 8. Dezember sehr deutlich als Täuschung entlarven, so Pick weiter: "36 Prozent der Lehrlinge, die am 8. Dezember eingesetzt werden, arbeiten an diesem Feiertag nicht freiwillig! Speziell im Handel gibt es darüber hinaus leider eine Vielzahl an arbeitsrechtlichen Problemen: 68,8 Prozent der Lehrlinge leisten Überstunden, 36,7 Prozent haben Ärger mit dem Chef, wenn sie in den Krankenstand gehen müssen, und 31,7 Prozent mussten überhaupt schon alleine im Geschäft arbeiten. Diskutieren wir also lieber über die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen!"

"Wir lassen es nicht zu, dass ArbeitnehmerInnen zunehmend zu Sklaven der Wirtschaft gemacht werden sollen, nur weil einige wenige Wirtschaftsbonzen von noch höheren Gewinnen und Bonizahlungen für sich träumen, während die MitarbeiterInnen ihr soziales Netzwerk verlieren, Angst um ihre Jobs haben und oftmals kaum mit ihrem Einkommen auskommen. Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht umgekehrt!", so Pick abschließend.

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