ÖSTERREICH: VP-Landeschef Pühringer bietet Kompromiss in "Fünfer"-Diskussion an: "Lehrer sollen individuell entscheiden."

Oberösterreichs Landeshauptmann im ÖSTERREICH-Interview: "Mein Ziel ist ein Punktesystem, in dem es keine Fünfer mehr gibt."

Linz (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Dienstag-Ausgabe) bietet Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) einen Kompromiss in der derzeit umstrittensten Schul-Frage an. Bekanntlich hatten Unterrichsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und ÖVP-Schulsprecher Werner Amon gemeinsam den Vorschlag erarbeitet, dass Schüler künftig auch mit drei "Nicht genügend" in die nächste Schulstufe aufsteigen können. Nach Bedenken aus den Reihen der ÖVP hatte VP-Chef Michael Spindelegger den Vorschlag abgelehnt.

Landeshauptmann Pühringer schlägt nun im ÖSTERREICH-Gespräch eine Kompromisslösung vor. Er will, dass die Lehrer individuell entscheiden, wer mit wie vielen "Fünfern" aufsteigen darf. Pühringer:
"Der Kompromiss sollte sein, dass die Lehrer individuell entscheiden, wer mit zwei oder drei Fünfern aufsteigen darf und wer nicht."

Pühringers Begründung: "Ich finde das Aufsteigen mit zwei und drei Fünfern prinzipiell gut, weil es ohnehin zu viele Sitzenbleiber gibt. Ich finde auch das Modular-System in der Oberstufe gut. Aber ich bin gegen eine starre Automatik, dass jeder mit drei Fünfern aufsteigen darf. Ich befürchte, dass viele das Nachholen von drei Fünfern plus dem aktuellen Klassenstoff nicht schaffen werden. Das ist für schwache Schüler zu viel."

Die Reform der Oberstufe greife für ihn, so Pühringer, "zu kurz". Der oberösterreichische Landesgauptmann breitet im ÖSTERREICH-Gespräch seine Vision einer Schule der Zukunft aus: "Ich wünsche mir eine große Schulreform, die eine Schule der Talente bringt. Das soll eine Schule sein, die Stärken der Schüler fördert und nicht ständig auf ihren Schwächen herumreitet. Mein Ziel ist ein Punktesystem, in dem es gar keine Fünfer mehr gibt. Ein Schüler, der in Deutsch oder Englisch 130 Prozent leistet, soll auch weiterkommen, wenn er in Mathe und Physik nur 70 Prozent schafft. Ich wünsche mir also ein ganz neues System für die Oberstufe, das die Leistung fördert."

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