Bundesarbeitskammer (3): Bei der Bildung darf es keine verlorene Generation geben

Zwei von fünf Fünfzehnjährigen tun sich schwer in der Schule oder machen keine weitere Ausbildung - AK fordert Sofortprogramm

Stegersbach (OTS) - Die Bundesarbeitskammer verlangt Sofortmaßnahmen, um bei der Bildung nicht eine ganze Generation zu verlieren. Akut haben zwei von fünf Fünfzehnjährigen laut PISA-Schulvergleich schlechte Chancen: 32.000 tun sich schwer in Lesen, Rechnen oder Naturwissenschaften - 5.000 Jugendliche machen gar keine weitere Aus-bildung mehr. In einem Antrag verlangt die der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in den Schulen sofort extra Lesetraining für VolksschülerInnen im Zwei-Lehrer-System und verpflichtenden Förderunterricht in Kleingruppen für HauptschülerInnen. Für den Übergang Schule-Arbeitsmarkt will die Bundesarbeitskammer spezielle Unterstützung. Schließlich sollen Lehrlinge mit Deutsch- oder Leseproblemen regional in Kleingruppen gefördert werden. Auch das Nachholen des Lehrabschlusses muss für Betroffene kostenlos sein.

Beim Nachholen schulischer Abschlüsse hat sich die Arbeiterkammer durchgesetzt: Ab 2012 werden Kurse für Basisbildung und für den Hauptschulabschluss erstmals kostenlos angeboten, ab 2013 auch Kurse zur Berufsreifeprüfung. Darauf hat sich die Unterrichtsministerin mit den Bundesländern geeinigt. Jetzt fordert die Bundesarbeitskammer, dass ab 2012 tatsächlich ein ausreichendes Kursangebot zur Verfügung gestellt wird.

Außerdem sollen bereits "informell" in der Arbeit erworbene Kenntnisse beim Nachholen von Bildungsabschlüssen voll anerkannt werden. Und die EU soll aus ihrem Budget mehr Mittel für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit bereitstellen - auch bei uns.

Für Lehrlinge fordert die Hauptversammlung den Aufbau eines Qualitätsmanagements in der betrieblichen Ausbildung - finanzielle Förderungen für Lehrbetriebe sollen mit Qualitätskriterien verknüpft werden.

Mehr Durchlässigkeit fordert die Hauptversammlung zwischen Lehre und berufsbildenden Schulen: Die Fach-Qualifikation von AbsolventInnen berufsbildender Schulen soll als Lehrabschluss anerkannt werden müssen - und umgekehrt.

Bevor in den berufsbildenden Schulen neue Pflichtpraktika vorgeschrieben werden, verlangt die Hauptversammlung die Überprüfung bisheriger Praktika - und in den Lehrplänen soll verankert werden, dass nur echte Dienstverhältnisses anerkannt werden.

Bei der Erstellung eines österreichischen Hochschulplans fordert die Hauptversammlung die Mitsprache der ArbeitnehmerInnen-Organisationen. Ebenso muss die Mitbestimmung der Studierenden verstärkt werden.

(Forts)

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