Europa forscht: EU schreibt acht Milliarden Euro Forschungsgelder aus

BM Töchterle und FFG-Geschäftsführerin Egerth ziehen positive Zwischenbilanz bzgl. 7. EU-Forschungsrahmenprogramm - vorletzte Ausschreibungsrunde startet Ende Juli

Wien (OTS) - Ende Juli 2011 startet die nächste, nun vorletzte Ausschreibungsrunde im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (7. RP) mit dem Gesamtbudget von rund 8,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund zwei Milliarden Euro im Vergleich zum letzten Jahr. Projekte können in nahezu allen Themenbereichen eingereicht werden. "Rund 100 bis 120 Millionen Euro an Forschungsgeldern fließen jährlich nach Österreich", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. "Jeder vierte Euro, der in Österreich für Forschungsprojekte kompetitiv eingeworben wird, kommt bereits aus den Rahmenprogrammen", betonte der Minister in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FFG-Geschäftsführerin Dr. Henrietta Egerth und Prof. DI Dr. Wolfgang Zagler von der TU Wien, der als erfolgreicher Projekt-Koordinator im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm aus der Praxis berichtete.

Die österreichische Erfolgsbilanz im 7. Rahmenprogramm ist beachtlich: Österreichische Teams arbeiten in jedem neunten bewilligten Projekt mit, insgesamt gibt es bisher rund 1.800 Beteiligungen an fast 1.300 Projekten. 212 davon werden von österreichischen Koordinator/innen geleitet. "Österreich konnte bislang rund 556 Millionen Euro an Förderungen einwerben", so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. "Gemessen am österreichischen Beitrag holen wir rund ein Viertel mehr an Finanzmittel zurück als wir einzahlen." Seit 1995 konnten insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro durch heimische Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm eingeworben werden.

Minister Töchterle unterstrich aber auch den österreichischen Beitrag: 5,8 Millionen Euro werden zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die Rückflüsse aus den EU-Rahmenprogrammen zu sichern: Zum einen fließen für "Joint Programming Initiativen" ab 2012 jährlich eine Million Euro für die Teilnahme an einigen dieser Initiativen. Zum anderen wurde - als eine der drei Säulen im 3-Säulen-Modell der außeruniversitären Forschung - das TOP.EU Programm geschaffen, das von der FFG abgewickelt wird und im geistes- und sozialwissenschaftlichen privatrechtlich organisierten außeruniversitären Bereich die Einwerbung von EU-Fördermitteln sichern soll. Für das TOP.EU Programm wird das BMWF bis zu 3,8 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

"Ich freue mich, dass die Universitäten ihre Chancen in Europa nutzen", so Wissenschaftsminister Töchterle weiter. Sie sind mit einem Anteil von 39 Prozent am stärksten beteiligt. Weitere 21 Prozent stellen die außeruniversitären Institute, 17 Prozent sind Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), acht Prozent Industriebetriebe. Damit ist Österreich auch bei den KMU überdurchschnittlich aktiv. Mehr als die Hälfte der österreichischen Beteiligungen entfallen auf Wien (882), gefolgt von der Steiermark (278) und Niederösterreich (152). "Österreichische Forscher/innen können wissenschaftlich exzellent mit den europäischen Partnern mithalten", so FFG-Geschäftsführerin Egerth.

Das 7. Rahmenprogramm ist mit mehr als 50,5 Milliarden Euro (ohne Euratom) im Zeitraum 2007-2013 das weltweit größte Programm im Forschungsbereich. In Österreich betreut die FFG Interessierte und Antragsteller/innen mit einer breiten Palette an Services. "In einer vor wenigen Monaten fertig gestellten Evaluierung wurde der FFG ein ausgezeichnetes Zeugnis für ihre Beratungs- und Betreuungsleistungen ausgestellt", betonte Wissenschaftsminister Töchterle. Seit Beginn des 7. Rahmenprogrammes hat die FFG insgesamt rund 30.000 Beratungsgespräche geführt, mit deutlicher Wirkung:
Antragsteller/innen, die von der FFG beraten wurden, sind mit ihren Projektvorschlägen deutlich erfolgreicher.

Derzeit wird auf europäischer Ebene bereits am Nachfolge-Programm gearbeitet. "Die österreichische Bundesregierung hat zu Jahresende als eine der ersten in der EU ihre Vorstellungen für die künftige EU-Forschungspolitik vorgeschlagen", so Wissenschaftsminister Töchterle. "Forschung und Innovation sollen in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der alternden Gesellschaft leisten."

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