Walser: "ÖVP übernimmt Geschichtsbild der FPÖ"

Grüne fordern von Spindelegger klare Positionierung

Wien (OTS) - "Von einer Partei, mit der sogar die Rechtsparteien
im EU-Parlament nichts zu tun haben wollen und die nicht in der Lage ist, für eine Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers zu stimmen, kann man kaum erwarten, eine differenzierte historische Auseinandersetzung zu führen", stellt Grünen-Abgeordneter Harald Walser zur hysterischen Reaktion der FPÖ auf seine gestrige Rede im Nationalrat fest. "Das wirklich dramatische Problem ist aber die Geisteshaltung, die durch Zwischenrufe von Seiten der ÖVP deutlich geworden ist. Die Geisteshaltung der ÖVP unterscheidet sich kaum mehr von jener der Freiheitlichen", so Walser weiter.

Der Grüne Abgeordnete hat in seinem gestrigen Redebeitrag auf die Verbrechen im kommunistischen Jugoslawien verwiesen, aber auch darauf hingewiesen, dass in Titos Armee während des Zweiten Weltkriegs "fünf Bataillone (...) ganz bewusst für ein unabhängiges, freies Österreich gekämpft (haben)". Dass nun diese historischen Tatsachen auch von der ÖVP in Zweifel gezogen werden, stellt für Walser einen Tiefpunkt in der Auseinandersetzung dar: "Wenn sich der stv. ÖVP-Klubobmann Werner Amon als Einpeitscher in seiner Fraktion betätigt und historische Fakten schlicht negiert, lässt das tief blicken." Das wäre für die einst staatstragende ÖVP lange Zeit eine inakzeptable Sicht gewesen.

Walser erinnert daran, dass der Kampf der Partisanen der einzig wesentliche militärische Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung im Zweiten Weltkrieg war und eine Voraussetzung für den Staatsvertrag und somit die Unabhängigkeit Österreichs darstellte. Er fragt, ob die Revision des Geschichtsbildes auch für andere Fälle gelte: "Hat etwa die Rote Armee Österreich aus Sicht der ÖVP befreit oder nicht?"

"Ich fordere ÖVP-Obmann Michael Spindelegger auf, umgehend revanchistische Tendenzen in seiner Partei abzustellen und klarzumachen, wie das offizielle Geschichtsbild der ÖVP in diesem Zusammenhang ausschaut", so Walser.

Die gesamte und vollständige Rede von Harald Walser können Sie hier nachlesen: http://haraldwalser.twoday.net/stories/25483140/

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