DER STANDARD Kommentar: "Kein Entgegenkommen" von Irene Brickner

Afrikaner im Schulsystem // Ausgabe vom 17.06.2011

Wien (OTS) - Vor zwei Wochen standen Kinder aus türkischen
Familien im Mittelpunkt: die sogenannte zweite Einwandergeneration. Ein Drittel schaffe nur Pflichtschulabschluss, lautete die Kernaussage einer breiten wissenschaftlichen Studie.
Jetzt geht es - auf Grundlage statistischer Daten - um die schulische Situation von Kindern mit afrikanischer Staatsbürgerschaft. Die Benachteiligung wirkt bei ihnen noch stärker. Viel zu viele von ihnen landen in der Sonderschule, nur wenige schaffen die Matura. Die Defizite des heimischen Schulwesens haben sich an einer weiteren Stelle manifestiert.
Denn das Grundproblem ist in beiden Fällen ähnlich -_ und betrifft den Einwanderernachwuchs von überall: Die Schule geht auf die Bedürfnisse von Kindern mit anderen Lebenswegen als den traditionellen meist nicht ein - und federt diskriminierende soziale Verhältnisse nicht ab.
Wer je miterlebt hat, welchen Kampf ein - sagen wir - intelligentes, ehrgeiziges, aber bei der Ankunft sehr schlecht vorgebildetes Flüchtlingskind ausfechten muss, um nach Jahren des Nachholens in eine höhere Schule aufgenommen zu werden, weiß, was das bedeutet. Lehrpläne werden striktest eingehalten, Fördermaßnahmen gibt es nicht - es sei denn um privat bezahltes Geld._Kommt dann noch eine dunkle, "afrikanische" Hautfarbe hinzu, ist das Diskriminierungsrisiko groß.

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