SP-Hora ad U5: Hauptbahnhof bestens an Öffis angebunden

Fünf Punkte, warum ÖVP-Vorschlag nicht durchdacht ist

Wien (OTS/SPW-K) - "Die ÖVP-Kollegen Gerstl und Hoch haben scheinbar wieder ihre Bleistifte gespitzt, um ein paar neue Stricherl auf die Wien-Karte zu kritzeln", kommentiert SP-Verkehrssprecher Karlheinz Hora die heute präsentierte ÖVP-Idee einer U5-Anbindung an den Wiener Hauptbahnhof. Der SP-Gemeinderat zählt dazu fünf Punkte auf, wieso hier ein VP-Vorschlag wieder einmal nicht zu Ende gedacht wurde.

Erstens gelte es einmal den budgetären Rahmen zu berücksichtigen. "Die U-Bahn durch dicht verbautes Gebiet zu bauen kostet pro Kilometer ca. 200 Mio. Euro. Während die ÖVP-Finanzministerin schon wieder nulldefizitäre Visionen hat, fordern damit Gerstl und Hoch eine zusätzliche Aufstockung der Finanzmittel für den U-Bahn-Bau", so Hora. "Was sagt denn Finanzministerin Fekter zu diesem Vorschlag und dessen Finanzierung? Hat die Wiener ÖVP mit ihrem Bundesparteichef darüber geredet, bevor sie solche Vorschläge streut?"

Zweitens hätte Wien derzeit sein viertes und mit dem Bund paktiertes U-Bahn-Ausbaupaket bis 2019 abzuschließen. "Das Erinnerungsvermögen der Wiener ÖVP darf ich insofern auffrischen, als dass der damalige Finanzminister Ex-ÖVP-Chef Wilhelm Molterer war, der das Abkommen über ein Investitionsvolumen in der Höhe von 1,85 Milliarden Euro höchstselbst unterschrieben hat", so Hora.

Drittens ist die Behauptung der ÖVP, die U1 stoße an ihre Kapazitätsgrenzen, schlicht ein Märchen, das man sich unter VP-Mandataren scheinbar gerne als Gutenacht-Geschichte erzählt. "Für den Hauptbahnhof werden 20.000 Fahrgäste von Fernverkehrszügen prognostiziert, die den Hauptbahnhof anfahren oder von dort weiterfahren möchten. Nur 5 Prozent (1.000 Personen) davon, kommen während der Hauptverkehrszeit am Bahnhof an oder fahren zu dieser Zeit von dort ab. Eine zusätzliche U-Bahn-Linie hat aber eine Kapazität von 250.000 Fahrgästen, die im Stadtentwicklungsgebiet südlich des Hauptbahnhofs dringender benötigt wird", sagt der SP-Gemeinderat, der darüber hinaus erklärt: "Selbst wenn entgegen allen Erwartungen das Verkehrsaufkommen am Hauptbahnhof über die Prognosen hinaus ansteigt, ist eine weitere Verdichtung der U1 um 25 Prozent möglich."

Viertens lasse der ÖVP-Vorschlag wiederholt unberücksichtigt, dass der Hauptbahnhof Wien bestens an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein wird. "Neben mehr als einem halben Dutzend S-Bahnlinien, einer U-Bahn-, drei Straßenbahn- und zwei städtischen Buslinien werden auch mehrere regionale Buslinien den Verkehrsknotenpunkt direkt tangieren bzw. queren", ruft der SP-Verkehrssprecher den ÖVP-Kollegen in Erinnerung.

Und zum Schluss müsse auch noch die These des Rechnungshofes, die den ÖVP-Vorschlägen zugrunde liegt, kritisch begutachtet werden. "Eine Direktanbindung der U2-Süd an den Wiener Hauptbahnhof ist nicht sinnvoll und wird deshalb auch nicht kommen. Das hat der Rechnungshof in seinem Bericht auch nicht empfohlen. Eine U2, die zum Hauptbahnhof geführt wird, ist weder kostengünstiger noch erreicht man mehr Fahrgäste oder eine bessere Anbindung des Hauptbahnhofs. Zudem braucht man mit der U2 länger in Zentrum, als mit der U1, weshalb die U2 für die meisten Bahnnutzerinnen und -nutzer wenig interessant wäre", so Hora abschließend.

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