AK zur Mai-Inflation: Preisspirale darf sich nicht weiterdrehen!

Wien (OTS) - "Stopp der Preistreiberei", verlangt AK Präsident Herbert Tumpel angesichts der Mai-Inflation von 3,2 Prozent. "Die Menschen spüren die Teuerung schon seit eini-gen Monaten in ihren Geldbörsen", klagt Tumpel. "Gerade Nahrungsmittel, die jeder braucht, aber auch Sprit sind schon wieder teurer. Die Verteuerungen gehen großteils aufs Konto der Spekulanten. Sie sind wieder zurück und treiben die Preise zu Lasten der Konsumenten in die Höhe." Beim Getreide liegt der Anteil der Spekulationen bei rund zehn Prozent, bei Öl bei 20 bis 25 Prozent, zeigt eine aktuel-le UNCTAD-Studie im Auftrag der AK. "Wenn die Regierung nichts unternimmt, werden die Lohnabschlüsse der Gewerkschaften durch die Inflation aufgefressen", verlangt Tumpel Maßnahmen auf EU Ebene gegen die Spekulationen und mehr Preiskontrollen.

Die Treibstoffpreise liegen um knappe 16 Prozent höher als im Vorjahr. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind um knapp fünf Prozent teurer als noch im Vorjahr. So müssen die Konsumenten etwa für Bohnenkaffee tiefer in die Geldbörse greifen (plus 28,6 Prozent gegenüber 2010). Reis kostet um 11,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr, Öle und Fette um 13,3 Prozent mehr. Über ein Drittel der Gesamtinflation geht auf die Preisanstiege bei Treibstoffen und Nahrungsmitteln zurück.

"Der Kampf gegen die Preissteigerungen bei Sprit und Lebensmittel ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit", sagt Tumpel. Er verlangt:
+ Spekulationen unterbinden: Die Regierung muss sich auf EU-Ebene für Maßnahmen gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärken, insbesondere auf dem Ölmarkt, einset-zen.
+ Sprit-Preisbildung untersuchen: Die EU-Kommission muss die Preisbildung beim Rohöl und Sprit prüfen.
+ Preissteigerungen kontrollieren: Steigen bei uns Grundnahrungsmittelpreise, muss der Wirtschaftsminister prüfen lassen, ob es für die Preissteigerungen rechtfertigende Gründe gibt und ob sie stärker als in vergleichbaren Nachbarländern ausfallen. Das heißt, ob es einen "Österreich-Aufschlag" gibt. Denn: Ein aktuelles Preismonitoring der AK zeigt: Bei 53 identen Produkten ist Wien um durchschnittlich 16,3 Prozent teurer als München.

SERVICE: Eine AK Studie "Märkte - Wettbewerb - Regulierung. Wettbewerbsbericht 2011, Schwerpunkt Rohstoffe: Spekulation -Verteilung - Preise" und eine UNCTAD-Studie "Price Formation in Financialized Commodity Markets" finden Sie unter www.arbeiterkammer.at

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