AK-Präsident Kalliauer: Die Unternehmen sollen nicht Tatsachen verdrehen, sondern endlich angemessene Steuern zahlen!

Linz (OTS) - "Die Wirtschaftskammer verdreht wieder einmal die Realität und behauptet, Unternehmen und Vermögende würden zu hohe Steuern zahlen. Dabei rangiert Österreich bei den Steuern auf Gewinne und Vermögen im internationalen Vergleich auf einem der hinteren Plätze", ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer über die gestrigen Aussagen der WK empört. Der Löwenanteil der Steuern kommt von den Löhnen und vom Konsum. Das wollen sich die Arbeitnehmer/-innen nicht mehr länger gefallen lassen.

Nur 5,7 Prozent aller Steuereinnahmen kommen von den Gewinnen der Unternehmen, im Durchschnitt der OECD-Länder ist dieser Anteil mit 10,1 Prozent fast doppelt so hoch. Steuern auf Vermögen machen überhaupt nur 1,3 Prozent des Steueraufkommens aus (OECD-Schnitt: 5,7 Prozent).

Wahr an den Aussagen der Wirtschaftskammer ist lediglich, dass der Faktor Arbeit steuerlich entlastet werden muss. Die Ungerechtigkeit besteht aber darin, dass die Abgaben und Steuern auf Löhne und Gehälter überdurchschnittlich hoch und jene auf Kapital weit unter dem Durchschnitt sind.

Von allen in Österreich ausbezahlten Löhnen und Gehältern wurden 2008 41,3 Prozent an Steuern und Sozialversicherungsabgaben eingehoben, im EU-16-Schnitt waren es nur 38,6 Prozent. Vom Kapital (also Steuern auf Gewinn- und Besitzeinkommen) wurden nur 27,3 Prozent bezahlt (EU-16: 30,1 Prozent).

"Unternehmen zahlten im Jahr 2009 in Österreich effektiv nur 17,5 Prozent Steuern auf Gewinne", erklärt AK-Präsident Kalliauer. Den von der Wirtschaftskammer bejammerten nominellen Körperschaftssteuersatz von 25 Prozent umgehen die Unternehmen durch Gestaltungsmöglichkeiten bei der Gewinnermittlung. Kalliauers Forderung: "Wirtschaft und Vermögende sollen endlich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und Steuern in angemessener Höhe zahlen!"

Die Arbeiterkammer tritt für die Einführung einer Vermögenssteuer auf hohe Privatvermögen ein. Gleichzeitig muss - wie nun auch von der Wirtschaftskammer gefordert - der Eingangssteuersatz bei der Lohnsteuer von derzeit 36,5 Prozent deutlich gesenkt werden.

Zu einem gerechten Steuersystem gehört auch eine auf die gesamte Wertschöpfung (nicht nur auf die Lohnsumme) der Unternehmen bezogene Finanzierung der Sozialversicherung. Und nicht zuletzt nützt eine Finanztransaktionssteuer nicht nur dem Staatshaushalt, sondern auch der Bekämpfung kurzfristiger und schädlicher Spekulationen.

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