AK - Arbeitsrechtsfall der Woche: Fadenscheinige Entlassung

Wien (OTS) - M. S. arbeitete teilzeitbeschäftigt als Buffetkraft
in einem Wiener Kinocenter. Sie war als Arbeiterin eingestuft und wollte nach einigen Wochen kündigen. Am Tag, an dem sie ihre schriftliche Kündigung überreichte, verkaufte sie einem Kunden eine größere Menge Nachos. Und gab ihm auf seine Bitte einige leere Plastikverpackungen, damit er die Nachos nach Hause mitnehmen konnte. Als der Geschäftsführer das erfuhr, sprach er eine fristlose Entlassung aus. Begründung: M. S. habe Firmeneigentum ohne Erlaubnis kostenlos weitergegeben. Dies sei Diebstahl. Eine Entlassung gilt ab sofort. Es gibt kein Geld über den Tag der Entlassung hinaus. Doch für die Entlassung muss es triftige Gründe geben.

Für ein paar Euro
"Bei mir beißt der auf Granit", dachte sich M. S. und klagte mit Hilfe der AK. Vor Gericht erklärte die Firma: M. S. habe ohne Wissen und Willen des Dienstgebers Waren an Dritte gegeben. Sie habe ein paar Kunststoffbehälter im Wert von "ein paar Euro" verschenkt.

Entschädigung erkämpft
Doch der Richter stellte fest, dass M. S. keine Anweisung hatte, wie sie sich beim Verkauf von größeren Mengen zu verhalten habe. Deshalb wertete es die Weitergabe von einigen billigen Plastikbehältern nicht als Diebstahl. Eine Entlassung wäre nur bei einer strafbaren Handlung der Arbeitnehmerin gerechtfertigt, die diese des Vertrauens des Gewerbeinhabers unwürdig erscheinen lässt. M. S. wurde eine Kündigungsentschädigung inklusive anteiliger Sonderzahlungen in Höhe von 472 Euro zugesprochen.

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