Sinnloses Massaker an Rabenvögeln verhindern!

BirdLife und Österreichischer Tierschutzverein protestieren gegen geplanten Abschuss von 35.000 Rabenvögeln in der Steiermark

Salzburg (OTS) - 25.000 Krähen, jeweils 5.000 Elstern und Eichelhäher sollen in der Steiermark ab 1. Juli zum Abschuss freigegeben werden. Mit einer Notverordnung zum Jagdgesetz will die steirische Landesregierung einer angeblichen Krähenplage beikommen. Eine Maßnahme, die von BirdLife und vom Österreichischen Tierschutzverein als unnötig und sinnlos kritisiert und abgelehnt wird.

Biologen und Vogelexperten bezeichnen den flächendeckenden Abschuss der Rabenvögel als völlig nutzlose Maßnahme, mit der weder die Krähenpopulation reduziert noch die Singvogelwelt geschützt werden kann. Ein flächendeckender Abschuss wird durch Zuzug wieder aufgefüllt. Der Abschuss von Eichelhähern und Elstern ist überhaupt nicht nachvollziehbar, denn landwirtschaftliche Schäden durch diese Arten sind nicht vorstellbar. Rückgänge in den Singvogelpopulationen sind nicht auf ein Überhandnehmen der Rabenvögel zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft sowie eine zunehmende Versiegelung der Flächen.

Faktum ist, dass die Krähen sehr wohl natürliche Feinde haben und die Kleinvögel keinerlei Schützenhilfe von den Jägern benötigen. Auch wenn immer wieder behauptet wird, der Krähenbestand müsse auf ein vernünftiges Maß reduziert werden, so ist der geplante Abschuss aus der Sicht des Natur- und Tierschutzes ein sinnloses Gemetzel. Es wird hier wohl lediglich dem Druck bestimmter Gruppen von politischer Seite nachgegeben.

An Stelle eines Abschusse der Krähen können landwirtschaftliche Schäden durch andere Maßnahmen weitaus effizienter vermieden werden:
beispielsweise indem die Saat tiefer in die Erde eingebracht wird. Außerdem müssten zunächst einmal die Schäden seriös erhoben werden. Krähen könnten für die Landwirtschaft auch nützlich sein. In jedem Fall zählen sie zu den intelligentesten Tieren und erfüllen als Gesundheitspolizei (Aasfresser) eine wichtige Funktion im Ökosystem.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Gamsjäger
Pressesprecher
Österreichischer Tierschutzverein
Tel.: 0662 / 84 32 55-20

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