"Hier geblieben!" - 18. Juni: Fest zum Weltflüchtlingstag im Augarten

Ein Grund zum Feiern und Nachdenken

Wien (OTS) - Das Fest zum Weltflüchtlingstag im Augarten möchte für die Situation der Flüchtlinge sensibilisieren, aber auch mit ihnen feiern. AsylwerberInnen, MusikerInnen, bildende KünstlerInnen gestalten am 18. Juni im Augarten und der Bunkerei gemeinsam das Programm. Veranstaltet wird das Fest von der Agenda Asyl, das sind Diakonie Flüchtlingsdienst, Verein Projekt Integrationshaus, Volkshilfe Österreich, asylkoordination Österreich und SOS Mitmensch - in Kooperation mit dem Aktionsradius Wien und der Bunkerei Augarten.

Anlass zum Nachdenken ist der Umgang Europas mit der aktuellen Flüchtlingskrise im arabischen Raum, aber auch die unbefriedigende Entwicklung der österreichischen Asylpolitik. Die NGOs fordern mehr "Flüchtlingsschutz statt Grenzschutz". Anstatt Kontrolle und Abwehr höchste Priorität zu geben, sollte der Schutz von Flüchtlingen an oberster Stelle stehen. Flüchtlingsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe der Weltgemeinschaft. Nur 8,5 Prozent von den 36,5 Millionen Menschen, die unter das Mandat der UN-Flüchtlingsorganisaton UNHCR fallen, sind in Europa, jeder Vierte Flüchtling lebt in Afrika. Die EU-Staaten, Österreich inklusive scheinen diese gemeinsame Verantwortung zu vergessen. Statt wie Ägypten, Tunesien oder die Türkei die Grenzen für Flüchtlinge offen zu halten und damit bedrohten Menschen den Zugang zu Schutz zu eröffnen, wird die EU zunehmend zu einem hermetisch gegen Flüchtlinge abgeschotteten Raum. Frontex-Operationen zur Außengrenzkontrolle, Abkommen mit Drittstaaten zur Rückübernahme illegal eingereister Menschen sowie vorgelagerte Einreisekontrollen an den Flughäfen der Herkunftsregionen von Flüchtlingen führen dazu, dass viele Flüchtlinge in dem immer enger werdenden Kontrollnetz hängen bleiben.

Dem in Sonntagsreden strapazierten Bekenntnis zur Aufnahme von Menschen, die wirklich Schutz brauchen, müssen auch Taten folgen: Es braucht mehr Unterstützung für jene Ländern, die weit weniger Ressourcen zur Aufnahme von Flüchtlingen haben als wir. Den Ausverkauf von Flüchtlingsrechten durch Abkommen mit Diktatoren gilt es zu beenden. Anstattdessen sollte es Einreiseerleichterungen für Flüchtlinge ohne dauerhafte Perspektive aus Krisenregionen geben, etwa durch Visaerteilungen oder durch Aussetzung der Visumspflicht für Konfliktregionen. Statt noch mehr Geld in Frontex und Flüchtlingsabwehr sowie das Hin- und Herschieben von Schutzsuchenden innerhalb der EU zu stecken, sollte ihre Aufnahme und Lebensperspektive unterstützt werden. Der Weltflüchtlingstag ruft in Erinnerung, dass viele Flüchtlinge in gefährlichen und prekären Situationen leben, will aber auch zeigen, dass Menschen mit Fluchtgeschichten ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind. Wir wollen Flüchtlingen jenen Respekt entgegen bringen, den ihnen die österreichische Flüchtlingspolitik oftmals versagt. Die jüngsten Gesetzesänderungen, die Freiheitsentzug für alle neu ankommenden Flüchtlinge und eine Ausdehnung von Schubhaft vorsehen, sind ein weiteres Beispiel dafür, dass die österreichische Politik noch nicht erkannt hat, dass Flucht und Asyl unser aller Menschenrecht sind und dass eine respektvolle, menschliche Flüchtlingspolitik Zukunftsperspektiven schaffen kann.

Die Highlights des Flüchtlingsfests:

Von 14.00 - 18.00 Uhr gibt es ein Kinderprogramm mit Hüpfburg, Trommelworkshop, Erste Hilfe Kurs für Kinder und kreativen Spiele auf der Augartenwiese, ab 18.00 Musikprogramm im Gastgarten der Bunkerei (bei Schlechtwetter im Veranstaltungsaal) mit dem Hor 29 Novembar (Chor des 29. November), Insingizi, Ost in Translation und DJ Nitkov.

Der Hor 29 Novembar (Chor des 29. November) wurde im Oktober 2009 ins Leben gerufen. Am Anfang stand die Idee von Aleksandar Nikolic und Sasa Miletic, einen Chor zu gründen, welchem jeder beitreten kann und wo Arbeiter-und Partisanenlieder gesungen werden. Dem Aufruf folgten viele Interessenten, vor allem aus den EX-Jugoslawischen Ländern. Inzwischen wurde das Repertoir international erweitert. Der Chor beschäftigt sich dabei intensiv mit der Geschichte und der Rolle des sog. "Gastarbeiters" in der österreichischen Gesellschaft.

Insingizi, das außergewöhnliche Trio aus Bulawayo/Simbabwe bietet mitreißende Auftritte mit harmonischem a cappella-Gesang, traditionellen Liedern, Hand-Perkussion und hervorragender Choreographie. Ihre Lieder, die von den vielfältigen Anfechtungen und Herausforderungen unserer heutigen Welt handeln, besitzen eine Liebenswürdigkeit und Ehrlichkeit, die die Seele berühren.

"Ost in Translation" ist das Ergebnis des Versuches, auf dem Weg eines interethnischen Austausches transkulturelle Kunst zu schaffen. Der Zugang zur Musik - "es muss fetzen" - und die Offenheit für neue Klänge, Melodiekombinationen und wilde Tempowechsel erschaffen Tonkunstwerke, die sowohl populäre als auch ästhetische Hörer mitreißen. Ost in Translation ist musikalische Dialektik, Fusion von Widersprüchlichkeiten, intervölkische Missinterpretation, Kulturschock, musiktheoretische Verballhornung und nicht zuletzt schlichtweg tanzbare Musik!

Zum Abschluß gibt es Balalaika Rock'n'Roll, Klezmer Ska, Ethnokitch, SpeedFolkPunk, Funky Jewish Sounds, Unza Unza, Balkan Brass Beats, Accordions, Violins, Trumpet, Wodka Hits, Emigrantski Raggamuffin, Gypsy Grooves, Klezmer, Latin, Reggae, Punk, Eastblok Music, Bairischer Brass uvm. DJ Nitkov legt auf, was ihm gerade einfällt.

Fest zum Weltflüchtlingstag

14:00-18:00 Kinderprogramm auf der Augartenwiese
18:00-23:00 Live-Musik & DJs in der Bunkerei

Der Eintritt ist frei!

Datum: 18.6.2011

Ort:
Augarten/Bunkerei
Obere Augartenstraße 1A, 1020 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Gabi Ecker, Integrationshaus, Öffentlichkeitsarbeit
g.ecker@integrationshaus.at
Tel.: 06991 212 35 28

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